Nach dem Oberliga-Freitag in Neckarrems ging’s nach meinem frühmorgendlichen schnellen Lauf (12,5km mit Pace 5:22) am Samstag auf die Waldau, wo ich unserem neuen griechischen Kollegen Zeus Greg gleich mal den typischen Samstag in Deutschland näher bringen konnte. Über die klassische Route Marienplatz-Zacke-Haigst-Königsträßle ging’s zum Paule, um erst mal Rote und Bier einzufahren. Danach ging’s in den B-Block, wo sich Kollege Uli auch schon eingefunden hatte.

Der Vorjahreszweite Nürnberg lieferte eine durchaus mäßige Vorstellung ab, die Kickers waren am Anfang deutlich überlegen, verpassten aber wie so oft ein frühes Tor. Nürnberg bestrafte die Kickers aber nicht, so dass es mit einem 0:0 in die Pause ging. Uli und ich unterhielten uns noch über den Schiedsrichter, der eine bis dato gute Leistung abgeliefert hatte und ziemlich viel laufen ließ. Da wussten wir halt noch nicht, was die zweite Halbzeit bringen sollte…

Schiedsrichter Foltyn wurde jedenfalls entweder durch seinen bösen Zwillingsbruder ausgetauscht oder schenkte sich ein paar Gläser Sportbier zu viel ein, jedenfalls war von der souveränen und neutralen Spielleitung nichts mehr übrig. Bereits nach 5 Minuten gab es nach einem völlig unspektakulären „Zweikampf“ (wenn man den überhaupt so nennen will) nach einer Ecke Elfmeter für Nürnberg – 0:1. Alter, sowas als Elfer zu pfeifen, da gehört schon einiges dazu. Nur 4 Minuten später glichen die Kickers nach einer fainen Kombination über rechts und einen Flugkopfball von Gondorf aus – mehr als verdient, muss man sagen, hätte nur früher fallen sollen. In der 61. Minute sah dann Stierle erstmal Gelb und dann, nach einem Foul an ihm, Gelb-Rot wegen Schwalbe, vielleicht innerhalb von 30 Sekunden. Hatte ich so auch noch nicht gesehen, sollte aber nicht die letzte Entscheidung sein, die mir die Zornesröte ins Gesicht trieb. Nach einer unübersichtlichen Situation im Kicker-Strafraum gab’s dann gleich nochmal Elfmeter für Nürnberg – 1:2., die Kickers also mit 10 Mann ein Tor hinten. Nürnberg auch in Überzahl farblos, nur der so genannte „Schiedsrichter“ brachte weiter Farbe ins Spiel und Stimmung auf die Ränge: nach einem Konter der Nürnberger hatte Auracher den Fuß etwas weit oben und seiner Linie in der zweiten Halbzeit folgend entschied Foltyn sich dazu, die Kollision mit dem von links kommenden Nürnberger als Notbremse zu werten und Gondorf vom Platz zu schicken. Die Tribüne kochte, Foltyn war’s egal, er schickte dann – immerhin dieses Mal zu Recht – noch Gondorf mit Gelb-Rot vom Platz. Die Kickers also nur noch zu acht, Nürnberg war aber in jeder Phase des Spiels nicht in der Lage, Torgefahr zu erzeugen. Gegen die Kickers in starker Unterzahl ging’s dann fast, aber ich glaube es war Auracher, der für Güvenc den Ball vor dem leeren Tor abblockte.

Früher, vor dem Wettskandal, sagte man ja auch bei offensichtlich total bescheuerten Spielen wie dem Hoyzer-Spiel Paderborn-Hamburg sowas wie „Alter, so ein beklopptes Spiel habe ich ja noch nie gesehen, der Schiri hat wohl auch einen der Waffel“ und ein paar Tage später war das alles vergessen. Sieht man aber heutzutage so ein Spiel wie am Samstag, fragt man sich schon, ob da alles mit rechten Dingen zuging. Unabhängig davon ist so eine Schiedsrichterleistung mehr als fragwürdig, auch wenn der DFB da sowieso keine Konsequenzen ziehen wird. Für mich ist jetzt jedenfalls erstmal Kickers-Pause bis zum 26. September, dem übernächsten Heimspiel, wenn es gegen die Ulmer Spatzen (diejenigen, die immer wieder klatschen) geht.


Gelöste Stimmung nach dem 1:1


Nach dem Abpfiff: das „Schiedsrichter“-Trio bedrängt


Abmarsch der Gladiatoren – des Publikums Daumen zeigen deutlich nach unten