Da jedes Hinz- und Kunz-Spiel mittlerweile ein Derby ist, haben Hubert und ich das „Derby“ Kickers gegen Ponyhof Sonnenhof Großaspach schon vor einiger Zeit als Hiperclásico bezeichnet. Klar, ist ja ein Spiel zweier Traditionsclubs, den 1899ern aus Degerloch und den, nun ja, 1994ern aus Aspach. Da die Kickers auf Tabellenplatz standen und Aspach zweiter war, war natürlich eine gewisse Brisanz gegeben. Hinzu kommt, dass ich Großaspach ungefähr als letztem Club in der Regionalliga Süd den Aufstieg gönne, Plastikclubs à la Hoffenheim begegne ich nicht mit Sympathie.

Umso schöner, dass die Gastgeber gleich einen Grund zum Aufregen lieferten: Anstoß am Sonntag um 11:30!? Man munkelt da wären Hochzeiten o.ä. im Stadion gewesen, auf Nachfrage schwieg Großaspach jedenfalls beharrlich; eine arme Nummer, bei einem triftigen Grund kann man sowas ja akzeptieren, müssen tut man es ja eh. Gegen 10:15 ging’s also von Heslach aus nach Aspach, allerdings war mir dann auf dem Weg schon klar, dass ich etwas knäpplich dran bin und so kam ich in einen herrlichen Stau direkt nach Dorf-Eingang. Irgendwann dauerte mir das dann alles zu lange und ich spekulierte auch nicht auf viele freie Parkplätze am Stadion, so dass ich die Karre einfach an der Hauptschule abstellte und die restlichen 2,5km per pedes zurück legte – dürfte auch nicht viel langsamer gewesen sein, so traf ich auf dem Weg auch noch Prominenz vom VfB. ;)

Da nur zwei Kassenhäuschen offen waren – mehr gibt es im Gästeblock auch nicht – verzögerte sich der Anpfiff gleich mal um eine viertel Stunde, was mir immerhin erlaubte bequem noch einen Platz im Gästeblock zu suchen – ziemlich genau die gleiche Position wie beim WFV-Pokal-Spiel vor etwas mehr als vier Wochen. Zu Beginn gab’s erst mal blaue Pyro, immerhin ganz nett anzuschauen, dann ging’s los.

Aspach keinesfalls im Stil einer Heimmannschaft, im wesentlichen auf die Defensive konzentriert. Ein dickes Lob gibt’s für Schiedsrichter Deniz Aytekin, seines Zeichens immerhin FIFA-Schiedsrichter: ließ vieles laufen, hatte aber jederzeit die Autorität, den Spielern auch ohne Karten klar zu machen wo die Grenzen liegen – sieht man selten! Die Kickers gingen durch einen Elfmeter in Führung und auch mit selbiger in die Halbzeit, kassierten allerdings gleich nach Wiederanpfiff den Ausgleich nach einem Standard. Großaspach bekam kurz danach auch einen Elfmeter zugesprochen, denn Schlussmann Güvenc (was war eigentlich mit Daniel Wagner?) aber parieren konnte. Das nächste Tor machten trotzdem die Aspacher, ausgerechnet in Person von Ex-Kickers-Spieler Michele Rizzi: Freistoß in die Mauer, Rizzi hatte alle Zeit der Welt zum Nachschuss, Innenpfosten Tor. Selten dämlich, aus dem Spiel hätten die Aspacher wohl eher kein Tor geschossen… Den verdienten Ausgleich besorgte dann in der 88. Minute der eingewechselte Ugur Yilmaz, für die Kickers durchaus ein Punktgewinn. Aspach auf Abstand gehalten, weiterhin zwei Punkte vorne – ein Sieg gegen SCF II am Samstag und nach der Herbst- ist auch die Wintermeisterschaft im Sack.