Der Stuttgart-Lauf ist ja mein Haus- und Hof-Halbmarathon, wobei das an sich kein Kunststück ist, da ich bisher HMs außer beim Stuttgart-Lauf nur im Training gelaufen bin. Dieses Jahr stand die vierte Teilnahme an und wie schon vor zwei Jahren war der Lauf quasi direkt nach dem Frankreich-Urlaub. Ob der zur Trainingsvorbereitung taugt, sei dahingestellt, immerhin war ich auch am Atlantik zwei mal laufen, was allerdings eine Quälerei erster Güte war. Eigentlich hatte ich mir für den Sonntag vor dem Lauf, also genau eine Woche vorher, nochmal eine „Generalprobe“ vorgenommen, so was in der Ecke von 18,5 km auf die Zielpace von 4:44/km. Sonntag morgen war ich dann allerdings, obwohl ich am Samstag brav gewesen war, sehr matschig, außerdem zwickte die alte Kriegsverletzung wieder, insofern verzichtete ich lieber aufs Laufen, wobei mir mein schlaues Buch mit den Trainingsplänen da auch recht gab – nicht dass mich das sonst interessiert, aber okay. ;)

In der Woche stand dann eine flotte 5 km-Einheit (4:35/km) und ein gemächlicher (<5:00/km) 10km-Lauf auf dem Programm, ansonsten die übliche Schwimmerei und ein bisschen (nicht-sportliches, rein um von A nach B zu kommen) Rad fahren. Etwas unsicher, ob ich mich auf meinen echten Generalproben-Lauf verlassen kann, war ich dann schon, der war bereits im Mai gewesen, 18,5 km am Main entlang in Pace 4:40/km, aber irgendwann ist halt der Punkt erreicht, wo man eh nichts mehr machen kann. Da Mitläufer Flo mir für Samstag auf Sonntag Asyl angeboten hatte, gings bereits am Samstag nach Stuttgart, inklusive einem kleinen Abstecher mit Präventivbelohnungsshoppping in Wertheim (man kann nie genug Boardshorts haben ;)), dann Startnummern abholen, im Neckarbiergarten in Cannstatt Fußball schauen und dann nach einer kleinen Nudelparty bei Flo halbwegs zeitig ins Bett beziehungsweise auf die Isomatte.

Auch am Sonntag früh war ich mir noch nicht so ganz klar, was zu erwarten sein würde, zumindest das Wetter spielte aber schon mal mit Richtung Bestzeit: bewölkt und trocken, in der Nacht hatte es geregnet und damit war es recht angenehm kühl. Mit dem Bus gings am Morgen, warum auch immer, nur bis zum Wilhelmsplatz, so dass wir den Rest zum Stadion taperten, ist ja quasi auch schon Aufwärmen. ;) Kurz das Gepäck abgegeben, eine gefühlte Stunde am Klo in der Schleyer-Halle angestanden und dann gings Richtung Start und kurz zum echten warmlaufen. Am Start trafen wir dann noch quasi zufällig Nadine, eine Freundin von Flo, dann machten wir uns auf in die Startblöcke – ich mit einer angestrebten Zielzeit von 1:39:59 durfte im zweiten Startblock antreten, der erste ist wohl für Zeiten unter 1:30h reserviert, denn kurz vor mir, ganz an der Spitze des Startblocks, stand der 1:30h-Pace-Läufer. Naja, war mir schon klar dass ich dem (noch) nicht auf den Fersen bleiben sollte. :)

Noch ein bisschen mit den umstehenden geflachst, dann gings pünktlich los, hatten wir auch schon ganz anders, von wegen falsch geparkt Autos die noch „gschwind“ abgeschleppt werden müssen und so. Drei Minuten nach dem roten Startblock waren dann wir dran und meine Befürchtung, dass ich auf den ersten ein, zwei Kilometern deutlich Zeit verliere wegen Getümmel, bestätigte sich nicht, es ging gleich flott los, nach kurzer Zeit stand eine 4:31/km auf der Uhr, die sich auch gut halten ließ. Eigentlich war das ja deutlich schneller als angepeilt, mit mehr als um die 4:40/km hatte ich eigentlich nicht gerechnet, aber ich dachte mir dass ich es bis zur Hälfte mal laufen lasse und dann weiter schaue. Das ging auch ganz gut, wenn auch die zwei Anstiege – Augsburger Platz und nach Hofen – bei dem Tempo schon deutlich merklich waren. Bis zur Halbzeit hielt ich die 4:31/km, danach musste ich doch ein bisschen kämpfen, war aber deutlich angenehmer als vor zwei Jahren, da war ich bei 4:57/km schon platt. Dass ich nicht noch groß zulegen können würde war mir aber klar, so ab Kilometer 15 ging es dann aber wieder ein bisschen leichter. Noch den Anstieg am Cannstatter Carré hoch und dann näherte sich das in meinem Bereich relativ dünne Feld dem Stadion. Ich glaube kurz nach dem Anstieg fing es dann auch ordentlich an zu schütten, für die letzten gut zwei Kilometer war das aber kein Problem, eher eine willkommen Abkühlung. Kurz vor dem Stadion stand dann noch Claus, dann ging es in S-Kurven ins Stadion, auf einen echten Zielsprint verzichtete ich, die Bestzeit stand ja eh fest. :) Flo kam dann kurz nach mir ins Ziel, eine 1:42:21 für den ersten Halbmarathon, da ziehe ich meinen Hut, entweder bin ich kein Lauftyp oder ich mache wirklich was verkehrt, dass ich so lange gebraucht habe um auf so eine Zeit zu kommen…

Meine Medaille, 21. Stuttgart-Lauf 2014

Bei mir blieb die Uhr bei 1:36:31 stehen, über 8 Minuten schneller als letztes Mal und am Ende mit einer Pace von 4:35/km, wobei mir die Uhr eine 4:32/km angezeigt hat (darauf beziehen sich auch die Werte oben), 3:30min vor der angepeilten Zeit von knapp unter 1:40h, ich bin sehr zufrieden! :) Ich dachte, ich wäre nach der Hälfte etwas langsamer geworden, die Splits sind aber von der Pace her identisch, die ersten 10 km in 45:45min, der Rest in 50:46min. Wenn ich bedenke, dass ich vor ein paar Monaten das erste Mal 10 km in unter 4:30/km gelaufen bin, dann ist es schon erstaunlich dass ich jetzt einen ganzen HM in 4:35/km gelaufen bin.

Superfain auf jeden Fall, nach dem Lauf trafen wir uns noch mit Nadine und Claus, die beide noch ein bisschen Paparazzo machten, dann gings zu Flo duschen und zurück nach AB. Die kurze Fahrt war dann doch ganz schön anstrengend, wobei ich von Muskelkater verschont geblieben bin, habe ich in der klassischen Form auch schon lange nicht mehr gehabt. Daheim noch eine Stunde gemützt und dann wars eh wieder okay.

Flo und ich stolz mit Medaille, 21. Stuttgart-Lauf 2014

Mal sehen wann das Ende der Fahnenstange erreicht ist, vielleicht komm ich noch unter die 1:30h, ich denke viel mehr wird nicht drin sein, wobei ich das auch schon über andere Zeiten gesagt habe und dann ging doch noch mehr. ;) Flo ist jedenfalls angefixt und schaut sich schon nach weiteren Halbmarathons um, ich werde mal schauen dass ich ein bisschen am Tempo arbeite und mich ein bisschen auf der 10 km-Distanz austobe, am 18.7. steigt in Mainaschaff der nächste Lauf des Cordenka-Laufcups, da plane ich momentan, dabei zu sein.

P.S.: Noch was für die Statistik:
Insgesamt (bei den Herren) Platz 707 von 5.400 Finishern, in der Alterklasse M30 Platz 105 von 772 Finishern. Zu den Top 100 in der Altersklasse fehlt nicht viel, da wäre ich mit 16 Sekunden weniger schon dabei gewesen.
P.P.S.: Achso, eins noch: die Verpflegung nach dem Lauf, die es dieses Mal direkt außerhalb des Stadions gab, fand ich dieses Mal nicht so gut, als das auf der anderen Seite der Mercedesstraße war, war es entspannter. Kann aber auch daran gelegen haben, dass es nach Flos Zieleinlauf doch schon voll war, vor zwei Jahren hatte ich relativ lange gewartet, weil ich Axel nicht gesehen hatte, da waren wir demnach insgesamt viel später draußen und es deshalb wohl entspannter.