Nach der donnerstäglichen Anreise nach New York stand am Freitag im Wesentlichen die Abholung der Startunterlagen an und am Samstag die Untersuchung der recht umständlichen Anreise zum Start, viel mehr war nicht geplant, weil ich einerseits meinen maladen Fuß schonen und mich auch insgesamt nicht sonderlich strapazieren wollte. Lange Zeit war ich mir unschlüssig, ob ich dann am Abend vor dem Lauf zum Fußball gehen sollte, da das aber die einzige Möglichkeit für den Länderpunkt USA war und das Spiel schon um 19:00 begann, ging es eben doch zum Spiel, vor 22:00 wäre ich ja so oder so nicht im Bett gewesen und viel später wollte ich nicht daheim sein, auch wenn das Spiel auf Long Island stattfand und die An- und Abreise etwas umständlich war, denn für die angepeilte Rückreise gab es nur einzige Bus-Zug-Kombination vom Stadion aus, recht knapp nach Spielende, ansonsten wäre mehr als eine Stunde verloren gewesen.

Mit Mama K. im Gepäck, mal wieder jemand dem ich das erste Fußballspiel des Lebens nahebringen konnte ;), ging es also zur Nostrand Avenue und, nachdem wir rechtzeitig gemerkt hatten, dass die MTA-Karte nicht für die Long Island Railroad taugt, mit frisch gezogenen Fahrkarten auf nach Hempstead. Natürlich hatte die LIRR ein paar Minuten Verspätung, gerade so viel dass wir in Hempstead den Bus verpassten und uns fußläufig auf den Weg zum Stadion machten. Nicht extrem lang, aber mit 3,5 km auch nicht ganz kurz, nochmal die Beine lockern vor dem Marathon, man kann sich vieles schönreden.:) Besonders angenehm war der Fußweg nicht, vor allem nachdem es quasi aus der Stadt rausgeht, aber so war immerhin sehr deutlich, dass nach dem Spiel entweder der Bus oder ein Taxi genommen werden muss, zu Fuß war der Zug nicht rechtzeitig zu erreichen. Hempstead, das zumindest auf dem Teil vom Bahnhof zum Stadion eher kleinstädtisch wirkt, ist mal eben 500 Quadratkilometer groß und hat um die 760.000 Einwohner…

Bevor wir uns zum Eingang begaben überprüften wir erst mal die Bushaltestelle für den Rückweg, ehe wir uns in die sehr überschaubare Schlange am Kartenschalter einreihten und Karten für 35 $, um die 32,50 €, erstanden. Unsere Plätze befanden sich quasi auf der Gegentribüne, in Ermangelung von Ordnern hätten wir uns aber wohl überall platzieren können. Das James M. Shuart Stadium liegt auf dem Campus der lokalen Hofstra University und ist nach einem ehemaligem Präsidenten der Universität benannt. Logischerweise tragen dort die Mannschaften der Universität ihre Spiele aus, daneben nutzt auch New York Cosmos das Stadion für die Heimspiele in der zweiten Liga, der North American Soccer League. Ganz nettes Stadion mit Haupttribüne, einer recht großen Gegentribüne sowie zwei kleineren Blöcken auf der Gegengerade, die eine Hintertorseite ist gar nicht durch eine Tribüne bebaut, etwas zurück gesetzt steht ein Gebäude. Angeblich waren gut 5.000 Zuschauer im 12.000 Zuschauer fassenden Stadion, das hat aber nie im Leben gestimmt. ;) Einziges Manko waren die Sitzbänke aus Metall, die sich an diesem, dem einzig kalten Abend den wir in der ganzen Zeit erlebten, ziemlich frostig darstellen.

Kurz vor 19:00 war klar, dass das Spiel wohl nicht pünktlich beginnen würde, denn es musste noch die beiden Superstars Raúl – ja, genau dieser Raúl, Real-Ikone, der nach einem Abstecher in die Wüste hier seine Karriere ausklingen lässt – und Marcos Senna verabschiedet werden, denn es war das letzte Ligaheimspiel der Regular Season, beide haben nach dem mittlerweile gewonnen Playoff-Halbfinale aber noch das Finale zu spielen. Ich gehe ungern vor dem Abpfiff, auf Grund der schon angesprochenen Verbindung für die Rückfahrt war damit aber schon vor dem Anpfiff klar, dass wir das Ende des Spiels nicht sehen würden. Sei’s drum, so spannend war es auch nicht und ich kann schon verraten, dass wir am Ende nichts verpasst haben. ;)

Nach einer ersten Halbzeit, die spielerisch sehr überschaubar war und meiner Mutter sicherlich keine Lust auf mehr (Live-)Fußball gemacht hat, gab es in der zweiten Halbzeit dann wenigstens zwei Tore zu sehen, unter anderem eines der letzten Tore von Raúl jemals, wenn das nichts ist! Wir hatten es vorgezogen, die arg kalten Bänke gegen Stehplätze weiter oben auf der gleichen Tribüne einzutauschen, was sicherlich eine gute Entscheidung war, ich sah mich trotzdem schon am nächsten Tag am Marathon mit Rotznase und Fieber ins Ziel stolpern… ;) Kurz nach der 60. Minute mussten wir dann die Beine in die Hand nehmen, den Bus wollte ich wie auf keinen Fall verpassen, weil ich nicht wusste ob überhaupt ein Taxi vorbeigekommen wäre. Gesagt getan und los, es blieb sowieso beim 2:0, also alles richtig gemacht, denn den Bus erwischten wir, ebenso die Bahn zurück nach Brooklyn und um 22:30 wieder in der Bude gewesen, perfetto! Nach einem kleinen Nudelimbiss ging es dann in die Heia, noch ein Mal schlafen vor dem Marathon, dem ich dann den nächsten Beitrag widme. :)

Bilder

Hempstead Bahnhof, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

Überschaubarer Andrang

Überschaubarer Andrang

Raul macht sich warm

Raul macht sich warm

Stadionpanorama I, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

Stadionpanorama II, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

Stadionpanorama III, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

Stadionpanorama IV, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

Stadionpanorama V, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

Stadionpanorama VI, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

New York Cosmos-Logo, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

Sport ohne Cheerleader? No way!

Sport ohne Cheerleader? No way!

Mannschaften, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

New York Cosmos-Huddle, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

Tampa Bay Rowdies-Huddle, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

Der zweite Star: Marcos Senna

Der zweite Star: Marcos Senna

Jubel nach dem 1:0 durch Raul

Jubel nach dem 1:0 durch Raul

Freistoß Tampa Bay, James M. Shuart Stadium, New York Cosmos - Tampa Bay Rowdies

Raul richtet die Mauer

Raul richtet die Mauer

Heimfans, und wie!

Heimfans, und wie!

Der Endstand ;)

Der Endstand ;)