Ich weiß nicht genau wie ich auf die Flugplatzlaufserie in Speyer stieß, ich glaube es war als ich versuchte einen Termin für einen Halbmarathon mit vorherigem sechswöchigem Trainingsplan inklusive 10 km-Rennen zu finden. Die Terminfindung erwies sich als schwierig, bisher habe ich das zurück gestellt, allerdings ist es wohl sinnvoll das zumindest mit etwas Abstand zum Beginn des Traininsplans für den Chicago-Marathon zu planen, natürlich gibt es aber allerlei Konflikttermine wie Geburtstagswochenenden, den Osterurlaub, den Surfurlaub über Pfingsten und diverse Läufe, an denen ich in den letzten Jahren teilgenommen habe, wie zum Beispiel den HVB-City-Lauf, für den ich schon angemeldet bin, oder die Läufe des Cordenka-Laufcups. Einen Tod muss man sterben, die Cordenka-Läufe werde ich sowieso nicht alle laufen können, insofern sollte ich hier auch keine Probleme haben im Zweifelsfall lieber Trainingsplan anstatt Lauf zu machen.

Lange Rede kurzer Sinn: irgendwie stolperte ich über die Flugplatzlaufserie, die aus drei Läufen auf dem Flugplatz in Speyer besteht, die im Dunkeln zu laufen sind, in der ersten Runde sogar hinter dem Follow Me-Fahrzeug. Klingt witzig, hat beim ersten Termin am 27. Januar aber leider nicht gepasst. Dieses Wochenende ging es dann sowieso nach Stuttgart, anstatt Anreise am Samstag früh dann also Anreise über Speyer am Freitag, auch wenn der späte Start um 20:15 bedeutete, dass ich erst um ungefähr 23:30 in Stuttgart sein würde. Kurz mit der Gastgeberfamilie Hérenger abgeklärt, aber natürlich keine Probleme, sweet! Einzige Unwägbarkeit war die mangelnde Fitness in der Woche, nach der Rom-Reise reichte es immerhin zu einem kleinen 4 x 1.000 m-Intervall am Dienstag, ehe es für den Tag ins Meeting ging. Nicht brilliant, aber immerhin waren die letzten zwei Intervalle okay, für Post-5-Tage-massiv-in-der-Gegen-rum-hatschen war es aber eh akzeptabel. Die Woche brachte dann nur noch einen nicht-ganz-15 km-Lauf nach Frühschwimmen am Mittwoch, kilometermäßig nichts weltbewegendes, aber immerhin ein paar Höhenmeter gemacht.

Etwas unsicher ob der zu erwartenden Leistung ging es also am Freitag nach Speyer, immerhin halbwegs gutes Wetter, trocken und zwar kühler als ein paar Tage vorher angekündigt, aber immer noch akzeptabel. Auf dem Weg noch ein bisschen Cache-Arbeit erledigt, kurz vor dem Ziel noch festgestellt dass das Kartenmaterial des Navis veraltet ist, aber dann doch absolut pünktlich auf dem Parkplatz des Flughafens aufgeschlagen und für famose 3 € die Einzelanmeldung geleistet und die schöne Startnummer 75 abgeholt. Große Frage war natürlich wieder die Kleiderwahl, wobei es klar war dass es unten kurz auf die Strecke geht, am Ende entschied ich mich dann für das dünne Langarm der vorletzten Wintercross-Serie, dass ich bei der Siegerehrung dieser Serie günstig erwerben konnte, am Ende eine gute Wahl, nicht zu warm und nicht zu kalt. :)

Die Strecke an sich war mit 3 Runden ja erst mal nicht sonderlich spannend, mit dem Hintergrund, dass das ganze auf einem Flugplatz stattfindet aber natürlich schon. Erst mal gab es natürlich eine ziemlich breite Startlinie, so dass ich ausnahmsweise auch direkt von vorne startete, dann ging es auf dem Vorfeld erst mal nach Süden und dann auf der Start- und Landebahn wieder nach Norden, wie gesagt insgesamt drei Mal. Die Laufrichtung im Uhrzeigersinn wurde laut Veranstalter wegen der geringeren Blendwirkung der Lichter gewählt, auf dem Weg nach Norden war diese aber immens und man lief quasi blind, im Vertrauen darauf, dass so eine Start- und Landebahn und dann auch das Vorfeld einfach topfeben und ohne Löcher sind. :) Recht schön die Aussicht auf die Boeing 747 des Technikmuseums Speyer auf dem Weg nach Norden, der Bollen nebenan erwies sich dann bei Annäherung nicht als Sternenzerstörer oder Todesstern sondern schlicht und ergreifend als der Speyerer Dom. :D

Am Start ging es ganz gut ab, ich lief erst mal ein paar hundert Meter und machte dann Tempo-Kontrolle, eine Sub-4:00/km verhieß einen zu schnellen Start und ich hielt mich etwas zurück und ließ die Spitzengruppe ziehen. Wegen der Dunkelheit konnte man die Uhr nur nach Anschalten des Lichts ablesen, was dazu führte, dass ich immerhin nicht alle fünf Sekunden das Tempo kontrollierte, auch mal kein Fehler. Die Pace ging dann kontinuierlich ein bisschen nach oben, weil ich mir nach wie vor nicht ganz sicher, was ich genau leisten kann. Eine Sub-4:15/km peilte ich dann aber irgendwann an, das schien mir eine gut zu haltende Pace zu sein, bei der ich am Ende vielleicht noch ein bisschen zulegen kann. Ganz interessant war das Rennen, weil zumindest ich relativ schnell alleine lief und bis auf eine handvoll Überholungen/Überrundungen – es gab auch 3,3 km und 6,6 km – keinen Läufer um mich hatte, ein Mal wurde ich auch selbst überholt, der Kollege war dann aber glaube ich eine Minute schneller im Ziel als ich, also dementsprechend auch ziemlich schnell weg, Hut ab! Alleine laufen im Dunkeln ohne den Boden groß zu sehen, klingt ganz spannend, war es auch. Sehr gut vom Veranstalter aber die Posten an den Wendepunkten im Norden und Süden, die einem die Kurven ausleuchteten. Ansonsten hat man – obwohl es nur 10 Kilometer sind – gefühlt sehr viel Zeit über das Tempo, die eigene Atemtechnik und Leistung nachzudenken. Mir ist glaube ich aufgegangen, dass ich ein bisschen an meiner Atemtechnik arbeiten sollte, weil ich irgendwann ziemlich flach geatmet habe – Seitenstechen gab es aber nicht. ;) Nach der letzten Kurve gab ich nochmal ein bisschen Gas und zog auch einen kleinen Endspurt in Sub-4:00/km an, die Uhr blieb dann, sowohl von mir als auch vom Veranstalter gestoppt, bei 41:20 min stehen.

What the f, neue Bestzeit?! Klar, die Strecke war topfeben, aber mein Intervalltraining die Woche hat daraufhin nicht hingedeutet, immerhin habe ich meine bisherige Bestzeit vom Honischlauf in Niedernberg vergangenes Jahr um – Verschwörungstheoretiker, Achtung! – 23 Sekunden unterboten. Jedenfalls wenn die Strecke wirklich 10 km lang war, weil ich ja die identische Zeit gestoppt habe, wobei der Forerunner mal wieder eine kürzere Strecke anzeigt, das hatte ich aber schon öfter. Anyway – 10 km in 4:08/km, happy happy, joy joy!

Nach dem Rennen gab es erst mal zwei Becher Tee und etwas zu knuspern, dann machte ich mich auf zumindest noch 10 Minuten auszulaufen. Einziges Manko an der Laufserie: es gibt am Flugplatz leider keine Duschen. Recht bappig ging es dann eben nach Stuttgart, wo ich glücklicherweise erst mal unter die Dusche hüpfen konnte, ehe mich Hubert noch mit einer leckeren Pizza verpflegte, der Auftakt in ein sehr feines Wochenende, zu dem zumindest noch der Bericht vom Kickers-Spiel am Samstag folgt. :)

TL;DR: Flugpplatzlauf Sepyer – I like! Ob es sich dieses Jahr noch mal ergibt ist fraglich, aber auf jeden Fall eine schöne Sache mit engagierten Veranstaltern – vielen Dank an den RC Vorwärts Speyer für die schöne Veranstaltung.

P.S.: Für die Statistik: 14. von 61 Teilnehmern, 14. von 48 Männern, Platz 5 von 11 Teilnehmern in der AK M35.