In Chicago wurde nicht nur Marathon gelaufen und viel Sightseeing gemacht, natürlich war auch Sport auf dem Programm. Zwar weniger als vor zwei Jahren in New York City, aber immerhin konnte ich so meinem ersten NFL-Spiel – Bears vs Vikings – beiwohnen. Neben dem amerikanischen Fußball durfte auch der „normale“ nicht fehlen, passend dass Chicago Fire noch ein Heimspiel hatte, bevor es am nächsten nach Hause ging. Nein, die Rückreise-Planung wurde natürlich nicht von dem Spiel bestimmt. ;)

Ich hatte natürlich gehofft, den Fußballgott noch mal live sehen zu dürfen, leider wurde daraus aber nichts, sehr schade, aber gut, neuer Ground und erstes Mal Major League Soccer, ist eh okay.

Nach einem beschäftigten Vormittag, an dem mit dem Besuch auf dem Willis Tower die letzte noch offene Eintrittskarte des CityPass eingelöst wurde, ging es dann recht zeitig auf den Weg zum Toyota Park. Ochsentour trifft es da ganz gut, weil man erst mit der L eine gefühlte Ewigkeit bis Midway fahren und dann in den Express Bus zum Stadion umsteigen muss. Express hätte ich ja gerne in Anführungszeichen gesetzt, weil die Fahrt dann eine weitere gefühlte Ewigkeit dauert, aber zumindest als Express verkehrt der Bus ja trotzdem, kein Zwischenhalt… ;)

Es reichte dann vor Ort gerade noch zu einer dreiviertel Stadionrunde, bis zu unserem Eingang. Das Stadion ist ganz von außen ganz nett, teilweise in Backsteinoptik, wenn auch sehr asymmetrisch, aber das hatte ich mir ja vorher schon angeschaut. Die Platzwahl war auf den Oberrang Gegengerade gefallen, das bot gute Sicht aufs geschehen und die Haupttribüne gegenüber. Einziges Manko: mal wieder lange Sitzbänke aus Metall, die bei dem unangenehmen Wetter doch deutlich die Wärme abzogen. Die aus dieser Perspektive linke Kurve ist halbwegs hoch, wenn auch im Gegensatz zu den Seiten unüberdacht, auf der anderen Hintertorseite gibt es nur eine handvoll Plätze vor anderweitigen Bauten. Sehr schön war die Aussicht nach rechts auf einen klassischen Wasserturm und nach links auf die Skyline von Chicago, Hancock Center, Willis Tower und Trump Tower deutlich zu erkennen, sehr schön. Am Ende spiegelte sich auch noch die untergehende Sonne in den Hochhäusern.

Chicago war schon für die Playoffs qualifiziert, Philadelphia sicher nicht dabei, trotzdem leider nur phasenweise ein munteres Spiel mit aber immerhin fünf Toren. Zum ersten Mal klingelte es gleich nach drei Minuten, langer Ball auf Nemanja Nikolics, der seinen Verteidiger stehen und sich nicht lange bitten ließ, Führung für Chicago. Die Freude währte kurz, gerade mal drei Minuten später der Ausgleich, am Ende war es ein Eigentor, sonst hätte sich aber auch ein Philadelphia-Spieler zum einschieben gefunden. Auch beim nächsten Tor, in Minute zwölf, keine sonderlich gute Abwehrleistung plus ein Torwart-Bock, Lupfer Philadelphia, Spiel gedreht… viel versprechender Beginn, aber leider war danach in Halbzeit eins nicht mehr viel geboten.

Die zweite Halbzeit begann ebenso verhalten wie die erste geendet hatte, nach einer Viertelstunde wurde es dann aber munterer, als Nikolics einen berechtigten aber unnötigen Elfmeter zum Ausgleich verwandelte, was sogar ein bisschen Pyrotechnik der Heimfans nach sich zog. Am Ende Chicago mit dem besseren Ende, etwas mehr als zehn Minuten vor Schluss – wer wohl – Nikolics mit dem Siegtreffer und seinem 24. Tor im 33. Spiel.

Insgesamt wars eh okay, ziemlich günstig, vor allem im Vergleich zum American Football, ist halt doch nur eine Randsportart. Ganz interessant, dass die Durchsagen im Stadion alle sowohl in Englisch als auch in Spanisch gemacht wurden, hätte ich jetzt hier auch nicht vermutet.