Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, in 2017 noch mal nach England zu kommen, auch wenn es diese Saison neue Aufgaben in Sachen #DoingThe92 gibt, sind doch Lincoln und die Forest Green Rovers in die League Two aufgestiegen, daneben spielt Tottenham diese Saison wegen Umbau an der White Hart Lane in Wembley. Lincoln und FGR waren leider nicht kombinierbar und deshalb bislang außen vor, der relative straffe Laufplan – erst in Vorbereitung auf Chicago, dann mit den üblichen Sonntags-Quatsch-Rennen – tat sein übriges, dass es nicht zu einem Ausflug auf die Insel kam. Relativ spontan bot sich dann aber das letzte CL-Heimspiel der Spurs an, um zumindest Wembley zu erledigen, wobei ich gar nicht sicher bin, ob das überhaupt nötig war, von wegen meines Besuchs beim CL-Finale 2013. War aber auch egal, England ist immer eine Reise wert, so günstig war ich auch glaube ich auch noch nie unterwegs für einen Tagestrip: Flug 20 €, Übernachtung 25 €, Eintrittskarte 35 €, dazu noch etwas Oyster-Kram und der Bus von und nach Stansted. Über die moralische Dimension des Fliegens für den Preis – die Fluglinie ist ja klar – bereite ich lieber den Mantel des Schweigens, aber erst kommt das Fliegen, dann die Moral.

Immerhin ging es von und nach Frankfurt/Main und zu nachtschlafener Zeit findet man auch am Stadion noch einen Parkplatz, super. Soweit auch alles okay, im Gegensatz zum letzten Flug mit der Airline, deren Namen nicht genannt werden soll, ab Frankfurt/Main, wo die Verspätung sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug ziemlich groß war. Einziger slight hiccup: aus Faulheit auch die Hinfahrt von Stansted nach Victoria gebucht, damit ich die Rückfahrt nicht getrennt buchen muss und natürlich in dichten Verkehr gekommen. Zum Glück konnte ich unweit Blackfriars dank des netten Busfahrers raus hüpfen und mich schienengebunden weiter bewegen. Kurzer Abstecher ins British Museum und den Brockwell Park, dann ab ins Hostel und kurz danach gleich wieder los nach Wem-ber-ley. Im Stamm-Wetherspoons fand ich noch einen Platz bei zwei netten Herren am Tisch – der eine schaute fernsehen, der andere schlief – und ließ mir den Weihnachts-Burger schmecken, dann ging es schon auf zum Stadion.

Am Stadion war ich damit zum vierten Mal, vergangenes Jahr drehte ich ja eine Runde rundherum, als ich nach dem Barnet-Spiel in Wembley übernachtete, vorher war ich ein Mal zur Führung hier und wie gesagt beim CL-Finale 2013, soweit also nichts neues drinnen. Sparsame Kulisse, nicht mal 43.000 Zuschauer und damit nicht mal halb voll, aber das war ja zu erwarten, die Stimmung auch dementsprechend überschaubar. Immerhin saß ich nur zwei Plätze neben dem Platz, auf dem ich 2013 den CL-Sieg bejubeln durfte, happy memories! Das Spiel war ganz munter, zumindest in der ersten Halbzeit, Gruppensieger Tottenham ließ nichts anbrennen und siegte souverän mit 3:0.

Mit leicht überdimensionierter Crowd Control ging es mit der National Rail mit dem ersten Zug nach Marylebone und dann weiter ins Hostel, trotz eiliger Abreise war die Nacht natürlich kurz, da um 05:00 schon der National Express nach Stansted wartete. Auch der Rückflug war dieses Mal pünktlich, damit also ein minimaler aber feiner Ausflug auf die Insel. Bleiben noch FGR und Lincoln, spätestens an Ostern sollten die 92 erneut erledigt sein, eventuell ergibt sich ja vorher noch ein Besuch bei den Rovers, mal sehen.

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