Das große Ziel für 2017 war natürlich der Chicago Marathon und die dabei angepeilte neue Bestzeit von 3:15 h. Bei der Frage, was und wie auf den Marathon zu trainieren sei, schien es mir dann sinnvoll, zumindest die Halbmarathonzeit möglichst auch zu drücken, um eine sinnvolle Grundlage für den Marathon zu legen. Gesagt, getan und fleißig geplant, Ergebnis war das erste Mal ein Trainingsplan für den Halbmarathon, der dann im Halbmarathon beim Würzburg-Marathon gipfelte.

Bevor es überhaupt mit den Trainingsplänen los ging purzelte schon die erste Zeit, nämlich auf der 10 km-Strecke. Damit hatte ich nicht wirklich gerechnet, weil die 41:43 min da schon sehr flott waren. Wahrscheinlich war es die gute Grundlage durch den Goldbacher Wintercross und einige lange Läufe, die mir beim 2. Lauf der Flugplatzlaufserie Speyer im März 2017 eine neue Bestzeit von 41:20 min einbrachten. :)

Weiter ging es dann mit dem Halbmarathon-Trainingsplan und in der Tat sollte der sich als sehr erfolgreich erweisen. Okay, die laut Trainingsplan zu erreichende 1:27 h verfehlte ich deutlich, das war mir aber schon vorher klar. In Würzburg zauberte ich, angefeuert von den Supergroupies, aber immerhin eine 1:33:07 h auf die Straße und unterbot die bisherige Bestzeit, aufgestellt beim von der Höhe anspruchsvolleren Stuttgart-Lauf, um dreieinhalb Minuten. :D

Nach einer kleinen Regenerationsphase nach dem direkt in der Woche nach dem HM statt findenen Römerlauf in Obernburg ging dann also irgendwann der Trainingsplan los, den ich temperant sowohl im Kurzurlaub in den Vogesen als auch im Surfurlaub in Frankreich durchzog. In letzterem gab es dann auch einen neuen Wochenrekord von über 100 km, der Tatsache geschuldet dass ich einen freien Tag auf den Rückreisetag schieben musste. Abgefahren, klar waren die Beine da morgens meistens müde, aber trotzdem habe ich alle Läufe erfolgreich durchgezogen und war meistens der erste, der bei Tagesanbruch den Campingplatz verließ. Einzig das im Trainingsplan vorgesehene 10 km-Rennen musste ich als Solo-Lauf in Seignosse durchziehen, für den ebenfalls vorgesehenen Halbmarathon ging es dann quasi direkt aus Frankreich nach Newcastle zum Great North Run. „The World’s Favourite Run“ war ein schönes Erlebnis und ich konnte die HM-Zeit sogar noch mal drücken, mit der 1:32:18 h war und bin ich sehr zufrieden.

Und dann stand noch das Highlight der Laufsaison an, der Chicago Marathon. Fantastische Stadt, ein perfektes Rennen bei perfektem Wetter, die 11 Wochen Trainingsplan haben sich vollauf ausgezahlt und die 3:14:50 h ist fast 18 Minuten schneller gewesen als die Zeit vom Yorkshire Marathon vergangenes Jahr?! Zugegeben, da hatte ich vorher auch eine blöde Kränkelei-Phase, dieses Mal war die Vorbereitung aber absolut krankheits- und beschwerdefrei gewesen.

Wer so viel läuft, der schafft auch neue Rekorde, was die reine gelaufene Entfernung angeht – das erste Mal habe ich die 2.500 km-Marke überlaufen, ohne dass da Absicht dahinter war, aber auch eine schöne Sache. Nach circa 1.400 km in 2015 und 2.000 km in 2016 also noch mal eine ordentliche Intensivierung, deutlich mehr muss es von mir aus aber auch nicht werden, aber mal schauen was sich über die drei Trainingspläne – dieses Jahr für 10 km, Halbmarathon und Marathon – sowieso ergibt. Geschwommen wurde übrigens auch und da bin ich relativ stolz, dass ich das ganze Jahr kontinuierlich dran geblieben bin, die circa 125 km im Jahr sind immerhin der zweitbeste Wert jemals.

Ansonsten steht das Jahr 2018 natürlich im Zeichen des Berlin-Marathons im September. Wobei für Boston qualifizieren schon ein kleiner Traum ist, von dem ich eigentlich nicht erwartet hatte, dass er jemals überhaupt realisierbar sein würde. Die aktuell geforderten 3:10:00 h scheinen aber erreichbar. Wenn eine Sub-3:10h dann nicht zum Startplatz reicht, weil der Pool natürlich begrenzt ist und dann nach schnellerer Zeit aufgefüllt wird, wäre das natürlich unschön, aber natürlich muss das auch erst mal gelaufen werden. Ansonsten würde übrigens nach aktuellem Stand auch eine Zeit von 3:15:00 in 2020 ausreichen, da rutsche ich in die nächste Altersgruppe. ;) Also weiter laufen, schwimmen, vielleicht auch mal wieder etwas mehr radeln und versuchen am Kraftraining dran zu bleiben und dann sehen wir mal so alles passiert. :)

Wahnsinn… meine Chicago-Zeit hat sogar für die Top-25-Wertung Unterfranken gereicht… hätte ich nur melden müssen. ;)