Erster England-Trip 2018 und das Ziel war natürlich einer der beiden Aufsteiger. Nachdem Lincoln für Ostern geplant ist ging es also nach Nailsworth zu den Forest Green Rovers, first vegan club in the world (sagt man zumindest – ob da jemand wirklich alle anderen Clubs weltweit untersucht hat bezweifle ich aber sehr). Hintergrund ist jedenfalls die Übernahme der Rovers durch Dale Vince, Eigentümer von Ecotricity, einem Ökostrom-Anbieter aus dem nahen Stroud, in dem sich auch der dem Stadion nächstgelegene Bahnhof befindet: „Vince set out plans to make the club more eco-friendly, including removing red meat from players‘ diets, stopping selling meat products in the ground and treating the pitch with organic fertiliser.“ [1]

Nachdem ich Stargast Thomas, nach dem Ausflug nach London und für mich zum AFC Wimbledon 2016 das erste Mal wieder in England dabei, um halb vier aufgepickt hatte ging es die Memory Lane runter, also nach Hahn. Wie schon vor zwei Jahren fing es an zu schneien, als wir die Autobahn verließen, dieses Mal aber eher noch Schneeregen. Den letzten freien Parkplatz am Hotel geschnappt, ab zum Terminal und Glück gehabt, dass unsere Rucksäcke nicht dem neuen Bag&Tag einschließlich Transport im Frachtraum zum Opfer fielen, in Stansted stand das Gepäck dann aber eh am Flieger, wäre also halb so wild gewesen. Geschickt hatte ich natürlich den Bus direkt nach Paddington gebucht, weil von da ab der Zug nach Stroud fuhr. Soweit alles easy, außer dem üblichen Problem, dass der Zug erst kurz vor Abfahrt ein Gleis erhält, klappte aber alles reibungslos.

In Stroud watschelten wir ein bisschen durch die kleine, ganz nette Innenstadt, ehe es uns wohl wohin verschlug? Natürlich in den lokalen Wetherspoons. Nachdem wir schon im Zug gevespert hatten gab es nur ein Bier, dann ging es auf zum Bus und ab nach Nailsworth zum New Lawn. Völlig komplikationslos und für die 3,80 Pfund Return auch ein No-Brainer, vor allem bei dem ekligen Wetter vor Ort. Ein par Fotos geknipst und dann rein, ich hielt Ausschau nach einem anderen Member aus dem 92 Club, mit dem ich vor der Reise Kontakt hatte, der war aber nicht zu finden.

Ich hatte uns Karten auf dem überdachten North Stand gebucht, was sich bei dem herrschenden Mistwetter als weise Entscheidung heraus stellte, der alles dominierende Main Stand war auch von dort gut zu sehen. Der South Stand gegenüber war quasi identisch zu unserer Tribüne, der West Stand hingegen unüberdacht und mit Gästefans besetzt. Kein Schmankerl-Stadion, aber gut, mal sehen ob FGR überhaupt die Klasse halten kann, selbst wenn nicht wird eventuell neu gebaut.

Die Rovers stehen ja unten drin, Cambdrige schielte eher auf die Playoffplätze, insofern schien das frühe 0:1 der Gäste logisch. Die Rovers konnten aber ausgleichen, kassierten aber prompt das 1:2. Vor der Pause aber dann der erneute Anschluss, dazu hatten die Hausherren noch zwei Alu-Treffer die mehr oder weniger unglücklich aus dem Tor sprangen. 4 Tore, auch wenn es kein berauschender Kick war eh okay. When in Nailsworth… also gab es in der Pause natürlich ein paar Fritten und einen veganen Pie – kann man lassen. In der zweiten Halbzeit zerlegten die Rovers dann Cambridge regelrecht, 5:2 hieß es am Ende, wer hätte das vorher erwartet? Vielleicht die Initialzündung zum Klassenerhalt, schauen wir mal, wäre ja fast ärgerlich wenn die Rovers direkt wieder absteigen wenn wir schon den langen Weg hierher auf uns genommen haben. ;)

Nach dem Spiel wollte ich gerade noch mal aufs Klo witschen, als mich jemand ansprach – tatsächlich der Kollege vom 92 Club! Witzig, der hatte noch zwei schottische Hopper aufgetan, mit denen wir auf der Fahrt ins Städtchen plauderten. Nachdem dann noch etwas Zeit bis zum nächsten Zug war ging es natürlich noch mal in den Wetherspoons, optimal am Bahnhof gelegen. Bei einem Pint hatten wir noch eine sehr nette Unterhaltung, Thomas ist jetzt jedenfalls darauf angefixt, mal die Mushy Peas zu versuchen. ;) Nachdem unser Zug etwas früher ging verabschiedeten wir uns, sahen die anderen dann am aber noch am Bahnhof eintrudeln als unser Zug noch nicht eingefahren war, hätten wir auch nicht so hetzen brauchen, aber okay, war alles nicht schlimm. Es ging dann auch nur den kurzen Weg nach Swindon und in die örtliche Travelodge, danach noch ein bisschen im Städtchen spazieren und zum, na klar, Wetherspoons, wo ich mal den aktuell verfügbaren Haggis Burger versuchte – interessante Kombination, braucht man aber jetzt nicht unbedingt.

Am Sonntag wäre noch Southampton – Tottenham drin gewesen, das war aber etwas teuer was die Züge anging, also ging es stattdessen ganz entspannt mit dem NatEx nach Victoria. Bisschen Sightseeing, einchecken in Stratford und dann ab nach Peckham in die Four Quarters South Retro Game Bar. Interessanter Kiez auf jeden Fall, die Bar ist auch mal einen Besuch wert. Das war’s dann leider auch schon, weil es am nächsten Tag wieder mit dem frühen Flieger nach Hahn zurück ging. Auch hier alles komplikationslos, der 5:40-ab-Stratford-Bus ist aber für den 07:30-Flieger doch etwas knapp, ich bin da ja immer lieber auf der sehr sicheren Seite, auch wenn es nicht mal knapp war, für meinen Geschmack doch etwas zu wenig Spielraum. Back to 91, Lincoln wohl an Ostern. :)

[1] en.wikipedia.org – Forest Green Rovers

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