Zum Heimspiel des FCCZ gegen den Halleschen FC waren Thomas und ich über GermanFootballGrounds.com eingeladen worden. Nachdem wir am Tag vorher schon den ZFC Meuselwitz gesucht hatten, nächtigten wir schon mal vor Ort in Jena.

Bevor es allerdings auf die Haupttribüne im Ernst-Abbe-Sportfeld ging, stand für mich erst mal ein 2h-Lauf auf dem Programm. Von unserem famosen Gästehaus auf dem Berg ging es an der Salle entlang bis nach Porstendorf, auf der anderen Seite zurück und dann am Zeiss-Werk vorbei wieder den Berg hoch. Zwei unerwartete Sightseeing-Highlights gab es erfreulicherweise auch, die Hausbrücke Kunitz und den Erlkönig, weniger erfreulich war der erst gut ausgeschilderte und dann spontan ohne Umgehungsmöglichkeit gesperrte Weg, aber gut, war auch hinzukriegen. Rechtzeitig zum bereits um 09:30 endenden Frühstücksbuffet war ich wieder vor Ort, ziemlich genau 22 km in 2h, hat gepasst. :) Danach checkten wir aus, schauten uns die Lobdeburg an und stellten dabei fest, dass es gut war dass wir am Tag vorher nicht in der preislich gehobenen Lobdeburg-Klause sondern im Roten Hirsch gewesen waren. Ein Abstecher in die Innenstadt bei Tageslicht musste natürlich auch noch sein, im Markt 11 gab es noch lecker Kaffee und Kuchen, ehe wir uns auf machten, die Karten plus Parkausweis abzuholen. Feine Sache mit dem Parkausweis natürlich, direkt am Stadion fanden wir auch gerade noch so einen quasi normalen Parkplatz, später kommende mussten teils relativ wild in der Wiese parken, aber das ist wohl normal.

Unsere Plätzen waren auf der mächtigen Haupttribüne, also ging es vor dem Anpfiff nochmal kurz auf die Gegengerade zum Fotos machen. Die Haupttribüne, der einzig überdachte Teil des Stadion, dominiert alles, der Rest ist mehr oder weniger typisch für ein klassisches Stadion mit Laufbahn. Auffällig sind aber zwei Dinge: das erste ist der Stadionturm mit „Zeiss-Linse“, welche sich seit 1965 im Stadion befindet und 2013 restauriert wurde. Das zweite sind die Flutlichtmasten – es gibt keine, weil nach einem Hochwasser im Jahr 2013 die Standfestigkeit wegen Rostschäden nicht mehr gewährleistet war. Die Kurve direkt vor dem Zeissturm ist aktuell nicht vollständig nutzbar, gegenüber befindet sich eine Anzeigetafel und, relativ kurios, die Stehplatzblöcke der Heimfans und der Gästefans nebeneinander. Wie gesagt, eigentlich ein klassisches Stadion mit auffällig großer Haupttribüne, mit 12.990 Plätzen sollte zumindest für die 3. Liga auch genug Platz sein. Mittlerweile ist aber ein Neubau an gleicher Stelle beschlossen, die Kosten dafür sind mit über 50 Millionen € veranschlagt, eine riesige Investition, wenn man auch bedenkt dass Jena ja erst zu dieser Saison wieder in die 3. Liga aufgestiegen ist. Neue Kapazität übrigens 15.500 Plätze, davon 500 VIP.

Über die erste Hälfte des Spiels gibt es nicht viel zu berichten, es war also viel Zeit, die Heim- und Gästefans bei ihrer Teilnahme an der bundesweiten Aktion zur Freigabe aller Fanutensilien zu beobachten und ansonsten die Landschaft und den Ausblick zu genießen. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich aber eine unterhaltsame Partie. Jena dann mit der Führung nach etwas mehr als einer Stunde und zehn Minuten später mit der scheinbaren Vorentscheidung, das 2:0 konterte Halle aber gleich nach der nächsten Ecke. Oberwasser hatten danach aber die Gastgeber, nach zwei vergebenen Großchancen dann auch vermeintlich das 3:1, trotz Ergebnis auf der Anzeigetafel und Tormusik ließ Schiedsrichter Eichel aber das Tor wegen Absatz nicht gelten. Jena brachte das 2:1 dann trotzdem über die Zeit. Muntere zweite Halbzeit also, der Spielverlauf war damit ähnlich wie gestern. Nur die Stimmung war natürlich eine Liga höher deutlich besser, schöne Aktion auch von den beiden Fanblöcken, wobei die Heimfans die deutlich aufwändigere Aktion zeigten. 7.260 Zuschauer insgesamt sind auch aller Ehren wert für einen Winterkick.

Für uns ging es nach dem Abpfiff zügig zum Auto, um ohne Chaos vom Parkplatz zu entkommen – alles richtig gemacht, nur kurz dauerte es ehe wir uns auf dem Weg zur Autobahn befanden. Dann das alte Spiel, bisschen fahren, bisschen cachen, wenn man davon absieht, dass uns die Tankapp vor Würzburg an eine Tankstelle lotste, die es gar nicht ab, war es eine problemlose Heimfahrt.

Das Ernst-Abbe-Sportfeld ist also auch besucht und damit endlich wieder „Doing the 56“ erledigt, mal sehen wie lange das anhält. ;)

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