Für die globale Laufplanung 2018 spielte ich kurz mit dem Gedanken, neben dem Berlin-Mararthon im Herbst auch im Frühjahr einen Marathon zu laufen. Ich entschied mich dann allerdings, mich eher am letzten Jahr zu orientieren und vor dem Marathon nochmal den 1:27h-Halbmarathon-Trainingsplan zu laufen. Das ließ dann im Frühjahr endlich mal Zeit für den 10 km-Trainingsplan mit dem Ziel 40:00 Minuten.

Dass ich die 40 Minuten unterbieten würde war utopisch, aber für die grundlegende Tempohärte fand ich den Plan ganz sinnvoll. Immerhin waren mit 400 m auch mal echt kurze Intervalle dabei, bei denen ich echt beißen musste, aber ich denke die waren durchaus lohnenswert. Rückblickend positiv bewerte ich vor allem die auf 4:25 min/km angelegten Tempodauerläufe, die ich alle deutlich besser durchzog als vergangenes Jahr im Halbmarathontraininsplan, meistens noch mit Endbeschleunigung, sowie die 1.000 m-Intervalle – 5 x 1.000 m in 3:54 Minuten hätte ich vorher sicherlich nicht hin bekommen. Sonntags waren immer 2 h-Läufe angesetzt und die habe ich alle gut durchgezogen, Winterwetter hin oder her, man kann also auch im Winter lange Läufe machen. ;)

Für das Trainingsplanfinale bot sich leider nicht wirklich was gutes in der Gegend an, eigentlich hatte ich mir dann den 13. Citylauf Merzig ausgesucht, weil sich der gut mit einem Besuch bei Röchling Völklingen in der Regionalliga Südwest verbinden ließ. Nachdem das Spiel aber ausfiel war mir das auch nichts, 250 km einfache Fahrstrecke für einen flachen Straßen-Zehner, nein danke. Der Ausweichplan war dann der 16. Rosenhöhe-Waldlauf in Offenbach, deutlich näher und immerhin für Laufkollege Jörg mit der Möglichkeit, seinen langen Lauf dort hin zu machen und mit mir zurück zu fahren. Beim Halbstundenlauf am Samstag durfte ich morgens im frischen Schnee laufen, bis Sonntag war aber alles wieder getaut, das versprach abenteuerliche Streckenverhältnisse bei einem Waldlauf und so sollte es dann auch kommen.

Vor Ort war alles schmerzfrei einfach und recht familiär, bei einer Teilnehmerzahl von gerade mal 87 Finishern beim 10 km-Lauf auch kein Wunder. Nachdem ich in die Damenumkleide verwiesen wurde stand die Frage der Schuhwahl im Raum, im Nachhinein hätte ich mich sogar für die Crossschuhe entschieden, dass das Geläuf für die schnellen Straßentreter nicht taugt war klar. Kurz/kurz ging es dann Richtung Start und was durfte ich sehen – eine Aschenbahn in teilweise ziemlich mäßigem Zustand, yeah. Danach ging es über ein Rasenfeld in den Wald und das sah eigentlich ganz gut aus, täuschte aber… ;)

Gut, hilft ja alles nichts, also warm gemacht und dann ging es los, gleich mal zwei Runden auf der Aschenbahn und dann ab in den Wald; bei Kilometer 5 war man dann wieder an der Aschenbahn, nach einer weiteren Runde ging es noch mal auf den Waldteil und dann zurück. Bei der Aschenbahn hatte ich ja schon gesehen was mich erwartet, der Eindruck im Wald hat wie gesagt getäuscht, weil eigentlich nur der erste Teil trocken war. Ansonsten gab es zum Teil noch Schneeflecken, Matsch, selbigen auch in mehr oder weniger hart getrocknet und, immer ungern gesehen, einen engen Wendepunkt. Immerhin war Jörg zum Anfeuern da, danke dafür! Ansonsten hatte ich zwar eine Zeit lang mal jemanden mit dem ich zusammen lief, aber ansonsten war es, bei der Teilnehmerzahl wenig verwunderlich ein ziemlich einsames Rennen!

Auf der Startrunde – hier ist die Aschenbahn in Ordnung

Nach dem Wendepunkt und anscheinend ganz schön was los

Auf der zweiten Runde – hat eher den Flair eines Solo-Waldlaufs

Ich bin ehrlich, auch bei perfekten Bedingungen war die Sub-40-Minuten nicht erreichbar, vielleicht hätte ich aber zumindest meine Bestzeit (41:20 Minuten) erreichen können. Sollte aber heute nicht sein und obwohl ich Kilometer 8 gefühlt völlig verhunzt habe kam ich am Ende mit einer Zeit von 41:42 Minuten ins Ziel – zweitbeste 10 Kilometer-Zeit immerhin, wenn auch nur 1 Sekunde schneller als die bisherige #2 auf der Liste vom Honischlauf 2016 und für die Streckenverhältnisse schon okay, auch wenn ich insgeheim auf etwas besseres gehofft hatte und erst mal enttäuscht war. Mal sehen, was Richtung 40 Minuten noch geht, aber dann wohl erst nächstes Jahr, jetzt kommt nach ein bisschen Regeneration erst mal der nächste Halbmarathon und dann nach einer weiteren Regenerationsphase der Berlin-Marathon.

P.S.: Für die Statistik – 10 km in 41:42 Minuten, 17. von 87 Finishern, 3. von 5 Läufern in der AK M35.