Kurzfristiger Überraschungstrip nach Florenz und es ergab sich nicht nur die Möglichkeit am Sonntag an einem Rennen teilzunehmen sondern auch noch ein Zweitligaspiel am Samstag im nicht weit entfernten Empoli. Tickets gingen im Vorverkauf klar und mussten nur personalisiert werden, Tessera del tifoso war zum Glück keine nötig.

Nach morgendlichem Sightseeing ging es von Firenze SMN bequem mit dem Zug nach Empoli. Einzig die Bahnsteiganzeige sorgte für etwas Verwirrung und so verpasste ich den ersten Zug. Im Städtchen ging es bequem per Fuß zum Stadion, das unweit des Arno liegt. Der Einlass war natürlich auf der anderen Seite und so wurde es knapp zum Anpfiff. Zum Glück waren die meisten Fans schon drinnen, denn am Einlass wurde doch wirklich das personalisierte Ticket mit dem Ausweis abgeglichen, ist für mich dann doch eher ungewohnt.

Zur Auswahl hatte nur Haupt- oder Gegengerade gestanden, es ging demnach natürlich auf die Gegengerade. Diese ist, wie die Haupttribüne, zweirangig und überdacht, bei auf dieser Reise ungewöhnlich schönem Wetter mit Sonnenschein war das aber gar nicht nötig, sieht man von einem kurzen Schauer ab. ;) Neben den beiden massiven Tribünen auf den Geraden gibt es noch einzelne unüberdachte Stahlrohr-Blöcke in den Kurven, wobei nur ein Block auf der Seite zum Fluss mit den Gästefans belegt war, alle anderen Kurvenblöcke waren komplett leer, ebenso wie die unüberdachten Plätze seitlich der Haupttribüne. Ganz klassisch gibt es auch noch eine Laufbahn.

Empoli war Tabellenführer, Venedig Fünfter und nach einer überschaubaren ersten Hälfte, in der die Gastgeber bereits nach fünf Minuten in Führung gingen, war die zweite Halbzeit eines Spitzenspieles würdig: quasi direkt nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit fiel der Ausgleich, nach einer Stunde ging Empoli erneut in Führung, allerdings nur für etwas mehr als fünf Minuten. Den Schlusspunkt setzten dann aber nicht ganz fünfzehn Minuten vor Schluss erneut die Gastgeber – 3:2, muntere Partie, 5 Tore, passt.

Der Rückweg zum Bahnhof wäre wahrscheinlich auch vermischt mit der überschaubaren Anzahl Gästefans ereignislos gewesen, allerdings sperrte die Polizei für mich relativ überraschend den kürzesten Weg zum Bahnhof über die Brücke hinter dem Gästeblock, auch wenn zu diesem Zeitpunkt alle Gästefans noch im Stadion waren. Es half nichts, am Fluss entlang ging es zurück in die andere Richtung zur nächsten Brücke, bei den kurzen Distanzen aber sowieso kein Beinbruch.

Mein drittes Spiel in Italien war dann also „endlich“ das erste in dem ich zwei italienischen Teams beim Kicken zuschauen durfte – unterhaltsamer als befürchtet. ;)