Nicht nur Fußball konnte ich in beziehungsweise um Florenz auf dem kurzfristigen Wochenendtrip schauen, nein, es bot sich sogar noch die Möglichkeit, an einem „Rennen“ teilzunehmen. So schien es zumindest, aus dem Flyer wurde ich zwar nicht ganz schlau. Anscheinend gab es drei Titel, siehe Beitragstitel, wohl aber nur für Vereine nach Anmeldungseingang. Zur Auswahl als Rennen selbst standen Strecken von 5,5 km und 13 km. Zur Sicherheit hatte ich mal eine E-Mail an die im Flyer angegebene Adresse geschickt und machte mich dann am Sonntag früh auf den Weg zum Startpunkt.

Meine Vermutung, wo ich genau hin musste, bestätigte sich, schon auf dem Weg zur Sportstätte sah ich weitere Läufer und nach knapp 3,5 km war ich dann am Stadion. Kurz nachgefragt, rein zur Anmeldung, radebrechend irgendetwas gefaselt und siehe da, die guten Leute hatten wirklich die E-Mail vorliegen, auf die sie nicht geanwortet hatten. Mit einem kleinen Zettel zum ans Laufshirt pinnen und einem Gutschein ausgestattet schaute ich mich um, fand aber erst mal keine Umkleide. Stattdessen löste ich gleich den Gutschein ein, für die ersten 250 Anmelder gab – es waren glaube ich insgesamt keine 250 Läufer – gab es eine Belohnung in Form eines Schoko-Trunks, eines Schokokuchens und einer Flasche Sekt (ohne Schoko). ;)

Nachdem ich mit Hilfe des Wörterbuchs herausgefunden hatte, dass „spogliatoio“ die Umkleidekabine bezeichnet konnte ich auch die Tüte mit den Leckereien und meine Regenjacke ablegen, dann ging es schon ins Stadion. Auf der Laufbahn waren schon einige Läufer beim warm machen, alles eher gediegen und kurze Zeit später kam dann jemand und kündigte so etwas wie den Start an. Da es nach gemeinsamem Start für beide Distanzen aussah reihte ich mich einfach ein und los gings erst mal auf eine dreiviertel Stadionrunde, dann raus und zurück Richtung Stadt. Dass es danach erst mal in die Hügel ging war mir klar, nur wusste ich nicht genau wo und wie steil, also ließ ich es eher gemächlich angehen. Nach drei Kilometern war dann erst mal genug Höhe gemacht und es ging etwas flotter, dann ging es runter und wie ich schon sehen konnte gemein wieder nach oben. Kilometer 7 bergab also laufen lassen und mit 4:34 min beendet, dann ging es wüst nach oben, Kilometer 8 mit 6:01 min war dann auch der langsamste im ganzen Rennen. Wie meistens habe ich am Berg relativ kontinuierlich viele Leute geschluckt, es zahlt sich wohl doch aus, dass ich ab und an mal ein paar Höhenmeter laufe. Es hatte relativ schnell nach dem Start zu regnen begonnen, das tat meiner Stimmung aber keinen Abbruch, denn kalt war es nicht und die Strecke ging recht schön durch die toskanische Landschaft. Blick auf die Stadt hatte man leider keinen sonderlich guten, weil es eher aus der Stadt raus ging, die Aussicht war aber trotzdem toll.

13 km ist natürlich trotzdem eine komische Entfernung und für ein Rennen ziemlich ungewohnt, es ging dann aber insgesamt doch ganz gut und deutlich besser als ich nach dem nicht ganz braven Vortag befürchtet hatte. Kilometer 12 ging es dann schon ziemlich stramm runter, in der Ebene musste man dann noch mal um den Friedhof südlich des Stadions rum und von hinten rein plus erneut eine dreiviertel Runde laufen. Erstaunlich wie lange dann immer so 300 m am Ende werden, den letzten Kilometer habe ich aber trotzdem gerade so unter 4:00 min auf Asphalt und Tartan gebrannt. :D

Am Ziel wurde die „Startnummer“ – der mittlerweile völlig durchweichte Papierzettel, den man sich angeheftet hatte – gegen einen Umschlag mit zwei Gutscheinen eingetauscht, allerdings waren sowohl die Bäckerei als auch die Eisdiele, bei der man Rabatt bekam, so ungünstig gelegen, dass ich die nur als Souvenir gebrauchen konnte. Duschen war keine Option, da ich nicht genau gewusst hatte was ich überhaupt wie ablegen kann, so dass ich keine Sachen mitgenommen habe. Macht nix, kurz mit Papa K., der den Zieleinlauf immerhin noch mitbekommen hatte, in einem Café um die Ecke getroffen, dann konnte ich zumindest ohne Gepäck den Lauf zurück ins Hotel antreten, da mein Kram mit Papa K. und dem Bus fuhr. Wenn man eh auslaufen muss und mal woanders ist, kann man ja auch noch ein paar Caches einsammeln, so gab es dann am Ende noch sehr gemütliche 5 Kilometer bis zurück im Hotel, am Ende also mal wieder ein Sonntag mit mehr als einem Halbmarathon, was die Entfernung angeht. Schöne Sache, das war mal echt was anderes, anspruchsvolle und schöne Strecke, dazu noch Geschenke, das alles für schmale 5 €. Dazu noch absolut abgefahrene Verpflegung nach dem Lauf: unter anderem Brot mit Käsecreme und toskanischer Leberwurst! :)

Leberwurst nach dem Lauf, mal wieder ein First! Aber war wirklich gut!

Kuchen und Käsecreme-Toast, passt super!