Zeitig ging es von Newcastle nach Edinburgh, wo zwischen den Zügen gerade genug Zeit war, das Gepäck in der Herberge zu deponieren. Interessant gelegen in einem Haus in dem sich unten ein Pub, dann im 1. und 2. Stock ein anderes Hostel und im 3. Stock schließlich unsere Unterkunft befand. Neben der Lage war auch der erste Eindruck bemerkenswert, aber gut, wer das Hostel from Hell in Newcastle überlebt hat, den schreckt erst mal wenig… ;)

Dass wir das Gepäck ablegen konnten war uns sehr willkommen, denn in Glasgow angekommen stand ein Fußmarsch zum Celtic Park auf dem Programm. Erstaunlich, dass ein so großes Stadion eines so bedeutenden Clubs nicht über eine gute Anbindung an den ÖPNV verfügt. Immerhin kamen wir so an der von außen hübsch mit Graffitos verzierten Wellpark Brewery vorbei, wo außer einem kleinen, ergebnislosen Besuch im Laden aber nichts geboten war. Zünftig gab es dann in relativ unmittelbarer Nähe des Stadions auch das lokale Bier noch mal im Glas, ehe es auf zum Paradies ging.

Klar, Celtic ist „a club like no other“ und das Stadion schon ziemlich cool und auch von außen markant, vor allem wenn man von der passenden Ecke kommt und diesen frei stehenden Klotz vor sich hat. Das Grundproblem des Besuchs war allerdings schon auf dem Weg zum Stadion erkennbar, akustisch hätte man meinen können man befände sich vor irgend einem deutschen Stadion, Osterwochenende halt und dazu noch ein Spiel, für das man problemlos Karten bekommen kann. Dementsprechend war auch die Stimmung im Inneren nicht herausragend, auch wenn das Stadion durchaus ein Schmuckkästchen mit steilen, in Vereinsfarben bestuhlten Tribünen ist.

Auf dem Platz waren die Verhältnisse entsprechend, Meister und Pokalsieger Celtic zehn Punkte vor den Rangers an der Tabellenspitze, Ross County am anderen Ende mit gerade mal 22 Punkten aus 30 Spielen, die Messe war logischerweise eigentlich schon vor dem Spiel gelesen. ;) Ross County hielt das 0:0 immerhin 25 Minuten, dann ging Celtic durch einen Elfmeter in Führung. Ein ziemlich grobes Foul, gestrecktes Bein voraus in die Weichteile, war nicht nur am nächsten Tag Aufreger in der Zeitung, wie ich dann bei meiner langen Wartezeit am Flughafen sehen konnte, sondern sorgte auch dafür dass die Gäste ab kurz vor der Pause nur noch zu zehnt auf dem Platz waren. Das 2:0 kurz nach Wiederanpfiff machte spätestens den Deckel drauf, nach einer Stunde traf Celtic dann erneut zum Endstand.

Für uns ging es erneut per pedes zurück ins Stadtzentrum und mit dem nächsten Zug zurück nach Edinburgh. Das Hostel hielt was es versprach und so verbrachten wir nur so viel Zeit wie nötig im Zimmer, nämlich keine außer der eigentlich Schlafenszeit. ;) Deutlich schöner war es beim World Buffet, wo wir dann den Großteil des ziemlich kurzen Abends verbrachten, klingelte der Wecker am nächsten Morgen doch bereits um 04:00 zum ersten Mal.