Mit dem Halbmarathon bei den 39. Courses de Strasbourg fand der zweite Trainingsplan dieses Jahr seinen Abschluss. Wie vergangenes Jahr beim HM im Rahmen des Würzburg-Marathons lief ich den Steffny-1:27h-Plan, der mit seinen 6 Wochen gerade so nach den 10 km-Plan passte, dass ich vor Pfingsten das Finale laufen konnte und damit einen entspannten Surfurlaub hatte.

Ursprünglich hatte ich mir den HM beim Regensburg-Marathon vorgenommen, nachdem ich auch kurz mit Bukarest geliebäugelt hatte, aber irgendwie war mir Regensburg dann doch zu viel Schaff. Lockende Alternative war eigentlich der HM beim Dämmermarathon in Mannheim, mal was anderes, da schreckte mich allerdings die hohe Startgebühr, also lieber ab nach Frankreich, endlich auch in La France mal ein Rennen laufen. Strasbourg ist mir eh als schönes Städtchen in Erinnerung und für das Geld, das mich in Mannheim der Start gekostet hätte, bekam ich in Strasbourg Übernachtung und Start. Die Courses de Strasbourg sind eine relativ breit aufgestellte Veranstaltung auf der neben Walking- und Inline-Veranstaltungen für Läufer Strecken über 5 km, 10 km und die Halbmarathondistanz angeboten werden. Interessant, aber für mich mit Vollgas-Halbmarathon dieses Mal keine Option: die Challenge ACSE-Marcel Rudloff, bei der man mit einer Startnummer Halbmarathon, 10er und 5er läuft, dank gestaffelter Starts um 08:00, 10:30 und 12:15.

Nach dem samstäglichen Kurzlauf mit Steigerungen ging es also nach Strasbourg. Die Anfahrt auf der wie immer nervigen A5 war dann irgendwann auch vorbei und nach dem Einchecken im Hotel machte ich erst mal eine kurze Pause, ehe ich mich mit dem Rad auf in die Stadt machte. Unglaublich voll im Kernbereich, wo ich hin musste, um auf der Place Kleber meine Startnummer zu erhalten, natürlich, wie in Frankreich üblich, nur gegen Vorlage eines ärztlichen Attestes! Danach drehte ich noch eine Runde durch die Stadt und machte mich am späten Nachmittag auf den Rückweg zum Hotel. Da ich mit dem Rad unterwegs war konnte ich problemlos den Rückweg über den Start/Zielbereich am Sitz des Europarats legen und mir auch anschauen, wo ich am nächsten Morgen zur Kleiderabgabe hin musste. Wieder zurück im Hotel war gerade noch genug Zeit, noch nach Illkirch zum Leclerc zum Einkaufen zu fahren, danach genehmigte ich mir im Hotel noch einen Absacker auf einem kleinen Spaziergang, ehe es zeitig ins Bett ging.

Start um 08:00, früh wie ich es liebe, insofern hieß es natürlich auch früh aufstehen. Gepackt war schon alles, also aufs Rad geschwungen und bei bedecktem, aber noch trockenem Wetter, ging es auf zur Orangerie. Im dortigen Pavillion Joséphine befindet sich die Kleiderabgabe, also alles verstaut, Rucksack abgegeben und ab zum warm machen. Für mich gab es das übliche Spiel, warm machen, dabei mal ins Gebüsch, dann nochmal auf die Toilette und lieber nochmal Pipi machen und möglichst knapp in den Startblock. ;) Ich dachte eigentlich ich stehe ziemlich weit vorne, aber da die Strecke vor allem auf dem ersten Kilometer extrem schmal war, reichte das schon aus um erst mal nicht so in Tritt zu kommen – mit 4:30 min/km der langsamste Kilometer nach dem Start, aber gut, das ist ja auch nichts unbedingt neues und lieber zu langsam los als zu schnell.

Tausende Bilder online, das einzige auf dem ich mich gefunden habe ist aber dieses. ;)

Die Strecke war wohl die abwechslungsreichste, die ich bisher bei einem Halbmarathon gelaufen bin. Das liegt einerseits daran, dass der historische Innenstadtbereich sich deutlich vom Rest außen herum unterscheidet, aber auch daran, dass es vom Start weg erst mal nach Norden und durch eine Parkanlage (Parc de Pourtalès) ging – ähnlich meiner großen Runde im Schönbusch, nur flacher und ohne Bahnüberquerung. Aus dem Park raus deckte sich der Rückweg mit dem Hinweg, dann ging es aber nach der Brücke über den Rhein-Marne-Kanal ostwärts am Wasser entlang und durch Teile der Stadt mit neuerer Bebauung. Highlight vor der Altstadt war ein Stück durch den Parc de la Citadelle, ansonsten war das Stadtbild nicht besonders schön. Das änderte sich erst relativ spät auf dem Schlenker über die Alstadtinsel, unter anderem kommt man auch direkt an der Kathedrale vorbei, sehr schön, auch wenn mir bei ca. Kilometer 17 der Sinn nicht mehr so nach Genuss stand. :)

Mit Weinflasche laufen wäre ja okay, aber den Wagen ziehen bräuchte ich nicht unbedingt

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir mehr erhofft hatte, als die 1:31:52, die dann im Ziel zu buche stand. Vor allem weil die Intervalle dieses Jahr deutlich besser liefen als vergangenes Jahr und weil ich die letzte schnell Einheit (3 x 3 km in 8:21 min) problemlos im vorgegebenen Tempo laufen konnte, das war letztes Jahr noch völlig ausgeschlossen. Dazu kommt noch, dass die Strecke deutlich flacher war als die beim Great North Run. Die Tagesform ist natürlich immer so eine Sache, und so richtig gut in Tritt kam ich nicht, will sagen, es ging mir nicht locker vom Fuß sondern war eine ziemliche Plackerei. Die Kilometerzeiten sind sehr sprunghaft, da kann man jetzt wenig sagen, eventuell lag das aber auch an der Strecke, mal durch den Wald, mal durch die Häuserschluchten, da ist es mit dem GPS halt auch nicht so einfach, ansonsten lief man auch immer mal gegen den Wind. Zum Ende habe ich immerhin noch mal eine Kilometer in 4:05 min raus gelassen, das passte auf jeden Fall. Nachträglich stellt sich bei mir meistens und so auch jetzt aber dann doch eine Zufriedenheit mit dem Erreichten ein, das dauert immer nur ein bisschen. ;)

6 Wochen Trainingsplan und 26 Sekunden schneller, damit unter 1:32 h, dafür dass ich die beiden Frühjahrstrainingspläne ja eher unter dem Punkt „Grundlagen für Berlin legen“ gesehen hatte eh okay. Nächstes Mal vielleicht bei so einer Anfahrt doch schon die Anreise einen Tag früher einplanen, es war zwar so nicht schlimm, aber entspannter wäre es dann sicherlich gewesen. Ansonsten ein schönes, abwechslungsreichen Rennen mit nur drei Kritikpunkten: erstens ist die Strecke wie bereits erwähnt am Anfang extrem eng, zweitens sind die Wasserstellen ziemlich klein und drittens fehlt bei einem Halbmarathon ohne Medaille am Ende doch immer irgendwas.

P.S.: Für die Statistik: 211. von 2.321 Finishern, 105. von 1044 in der Katgorie „Seniors“ (Geburtsjahr 1979 – 1995)*.
P.P.S.: Fotos gibt es mit mir quasi keine (außer dem von oben), dafür ein Video vor der Kathedrale und beim Zieleinlauf.

*: Die fanzösische AK-Einteilung für 2018 (Quelle: athle.fr):