Der Sonntag begann erst mal entspannter als der Samstag mit einer kleiner Laufrunde. Danach war noch Zeit für einen Kurzeinkauf und Frühstück, ehe es zum Bahnhof ging, denn im Gegensatz zu gestern wollte ich heute auch mal mit der Eisenbahn fahren. Den Bahnhof fand ich ohne Probleme, eine Fahrkarte war auch schnell besorgt, für den unglaublichen Preis von unter 2 € für die Fahrt ins knapp 50 Kilometer entfernte Jelgava, deutsch Mitau, die ehemalige historische Haupstadt Kurlands. Die Ausschilderung zu den Gleisen war allerdings etwas dürftig, das ging dann aber auch problemlos, seltsam auch dass der Zug auf dem einzigen Bildschirm getrennt als einfahrend und ausfahrend dargestellt wird, ich dachte erst da fährt noch ein Zug vorher… ;)

Spannend war es jetzt nicht sonderlich, aber witzigerweise kam ich mit der Bahn genau da vorbei, wo ich morgens auch laufen war, ansonsten ein völlig ausreichend ausgestatteter Zug Typ alter Regionalverkehr, wobei es in den meisten Bussen ja WLAN gibt, das war im Zug nicht der Fall. Vielleicht ist das der Grund warum der Bus für die Rückfahrt dann so um die 40 Cent teurer war. ;)

Der Bahnhof in Jelgava liegt einen Tacken weiter außerhalb als der Busbahnhof, dafür kommt man, wenn man vom Bahnhof kommt, quasi an allen Sehenswürdigkeiten vorbei, unter anderem dem Bahnhofspark, einem Kunstmuseum, einem Turm, der örtlichen Badeinsel und einem Schloss, das zumindest ein Museum der landwirtschaftlichen Universität beherbergt. Weiterhin überquert man die Lielupe, deutsch Kurländische Aa, die später trotz nicht sonderlich einladendem Wetter auch ein Pärchen zum Baden einlud. Auf dem Weg von Bahnhof in die Stadt sah ich dann übrigens einen weiteren englischen Hopper wieder, der am Tag vorher auch in Wolmar/Valmiera gewesen war.

Nach ungefähr 3,5 km – really too far to walk – kam ich am Stadion an und wie gestern bot sich eigentlich das gleiche Bild: eine große Tribüne neben einer Sporthalle, auch ähnlich benamt wie gestern, hier und heute das „Zemgales Olimpiskais centrs“, auf Deutsch in etwa Olympiazentrum Semgallen, nach einer der vier historischen Landschaften in Lettland. Kostenfrei ging es heute dann leider nicht ab, unglaubliche 2 € musste ich dann für meinen Sitzplatz berappen und machte es mir auf Höhe der Mittellinie oben auf der Tribüne bequem. Der Kick war vom Niveau her besser als am Vortag und auch ohne angenehme Unterhaltung recht kurzweilig, das Tor des Tages fiel nach einem Freistoß durch den zungenbrecherischen Mindaugas GrigaraviÄius.

Nach dem Spiel machte ich mich flotten Schrittes auf den Weg zurück ins Städtchen und erwischte den angepeilten Bus problemlos, die Busfahrt war zeitlich deutlich vorteilhafter als die Zugfahrt. Dank kürzerer Fahrt war ich halbwegs zeitig wieder im Städtchen, wo das Gesangs- und Tanzfest, von dem ich schon am Morgen Teile gesehen hatte, immer noch im Gang war. Kurz eingekauft und dann ab in die Bude zum Kochen und Dänemark gegen Kroatien schauen. ;)

Am nächsten Tag stand dann die entspannte Rückreise an. Das ging natürlich nicht ohne Verspätung ab, bereits ab Riga war ich über eine Stunde hinter dem Plan, zum Glück war der Umsteigepuffer in Warschau aber groß genug. Netter Trip auf jeden Fall, so einen Sommerpausentrip kann man gerne mal wieder machen.

Bilder