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Privates Blog von Roland Kübert

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45. Berlin-Marathon oder The One with the Entourage

Nach Abstechern ins Ausland (New York City, Yorkshire, Chicago) ging es für Marathon Nummer 5 mal wieder nach Deutschland zur Sache, die Lotterie meinte es gut mit mir und so durfte ich auf nach Berlin. Das gab die Möglichkeit, eine erweiterte Reisegruppe zu bilden, nebst Marathonstandardgroupie Mama K. waren noch die Dauergroupies Schwester mit den Nichten und Thomas dabei, sehr erfreut hat mich dass die liebliche Nina, die schon beim ersten Marathon in Mainz dabei war, für einen Kurzbesuch dazu stieß. :)

Da Berlin dieses Jahr wegen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit etwas früher war als sonst ging der Trainingsplan bereits im Juli los. Gelaufen wurde nach Steffny 3:00h-Plan angepasst auf 3:10h und mit der üblichen Pufferwoche, also 11 Wochen lang. Das war nicht immer ganz einfach, aber dass ich das so gut weg stecke hätte ich nicht gedacht, der neue 7-Tages-Rekord liegt jetzt glaube ich bei ~ 130 km. :O Ansonsten lief es wie gesagt besser als befürchtet, auch das Volumen konnte ich gut weg stecken. Es gab einige (für mich) denkwürdige Läufe, teilweise urig früh weil es ja arg heiß war, das schönste Rennen in der Vorbereitung war auf jeden Fall der York 10k. Immerhin habe ich es auch geschafft, das Schwimmen relativ gut durchzuziehen, trotz 6 von 7 Lauftagen pro Woche, da musste meistens der Ruhetag dran glauben (nein, das war nicht unbedingt clever, hat mir aber gefühlt eigentlich erst mal nicht geschadet).

Der frühe Vogel läuft auch unter der Woche mal 25 km

Praktisch um an der Strecke aufzufallen, taugt aber anscheinend auch prima als Spielzeug für Kinder :)

Wie üblich reiste ich bereits Donnerstag an und wir nahmen eine schöne Wohnung im Prenzlauer Berg in Beschlag, das hat auf jeden Fall gepasst. Freitag Startunterlagen abholen, Samstag bisschen Sightseeing, Richtung Zielbereich schauen und Nina am Bahnhof abholen, dann stand im wesentlichen noch die nicht ganz einfache Aufgabe an, einen Plan für die Zuschauer zu erarbeiten. Da hat sich Nina hervorgetan und einen exzellenten Plan aufgestellt, der dann am Sonntag auch rigoros durchgezogen wurde und so konnte ich dann die Anfeuerung mehrfach genießen.

Frisch in der großen Stadt angekommen

Das Ziel schon mal im Blick am Samstag

Juhu, ich hab meinen Namen in der Hall of Fame gefunden!

Sonntag ging es mit Nina halbwegs zeitig auf zum Hauptbahnhof, wo noch Jörg zu uns stieß. Flo, ebenfalls mit Losglück, trafen wir nur kurz, er war schon sehr fokussiert und nicht auf Gesellschaft aus. Mit Jörg zusammen erledigte ich noch Kleiderabgabe und warm machen, dann trennten sich unsere Wege weil ich kurz vor dem Start nochmal die Blase leeren wollte. Der Block war dann schon so voll, dass ich noch Glück hatte an einer Stelle über das Gitter zu kommen, am Zugang ging irgendwie nichts mehr.

Nina und ihr extra angefertigtes Supporter-Shirt!

Dann ging es los und klar, das ist immer besonders, in Berlin mit dem Start Richtung Siegessäule aber schon auch sehr geil. Relativ schnell konnte ich eigentlich frei laufen und der Plan war klar: eher nach Gefühl Richtung 4:30er-Pace runter, auf jeden Fall bis 10 km erst mal schauen, dann auch bis zur Hälfte nicht unbedingt die Pace erzwingen und dann hinten raus schauen (ja, da sollte ein Negativsplit bei raus kommen ;)). Mein Tag war es leider nicht, im Gegensatz zu Chicago, wo ich mit am Ende ähnlicher Zielzeit ein sehr „entspanntes“ Rennen lief. Das merkte ich auch relativ schnell, obwohl es am Anfang nicht furchtbar lief – die 10 km-Durchgangszeit war dann bei 46:11 nicht furchtbar weit weg, wenn es hinten raus noch besser gelaufen wäre, aber gut. HM in 1:36:41 und ein ziemlich mieses Gefühl, spätestens da war dann klar dass es mit der angepeilten Sub-3:10h nichts wird. Es wurde dann auch ein ziemlicher Kampf, bei dem ich zwischendurch auch mehrfach dachte, das wird überhaupt nichts. Es hilft dann aber für die Motivation, wenn man die Lieben an mehreren Punkten an der Strecke sehen kann, also Zähne zusammengebissen und irgendwann ging es dann auch mal aufs Ende zu. Klar, das letzte Stück ist schon geil, mit dem Brandenburger Tor und so, einen echten Endspurt konnte ich dann aber trotzdem nicht mehr hinlegen, am Ende war ich gottfroh zumindest noch vor der Chicago-Zeit ins Ziel gekommen zu sein – 3:13:49 stand dann zu Buche, 1:01 min schneller als in Chicago. Erstaunlich aber, wie sich die beiden Rennen unterschieden haben, selbst wenn ich Chicago vielleicht ein bisschen verkläre, und wie nah die Zeiten dann beieinander liegen.

Winke winke

Abklatschen mit Mama K.

Initial war ich glücklich, mit neuer Bestzeit im Ziel zu sein, richtig zufrieden war ich aber nicht. Nachdem ich ein bisschen über den Lauf reflektiert habe und mit etwas Abstand, war es dann aber schon okay, mehr war einfach nicht drin – die Tagesform war leider nicht mein Freund und nach drei mehr oder weniger perfekten Marathons ging es dann halt mal nicht wie gewünscht auf. If at first you don’t succeed, dust yourself off and try again – deshalb next up: Hamburg-Marathon am 28.04.2019. :)

Insgesamt ist Berlin auf jeden Fall eine (Marathon-)Reise wert – ich war schon einige Male da, aber wenn man mal ein paar Tage vor Ort ist, dann bekommt man doch ein besseres Gefühl für die Stadt. Den Marathon sollte man auf jeden Fall auch mit auf die Bucket List nehmen, wenn man so was machen will; vor allem der Start, der Bereich um den Fernsehturm und dann so ab Kilometer 34 sind schon was besonderes. Mit der tollen Reisegruppe war es jedenfalls eine Freude, besonderen Dank auch noch mal an Nina, die extra für den Sonntag vorbei gekommen war. Perfekte Platzierung auch an der Strecke, ich weiß dass es für die Groupies durchaus auch anstrengend war, mich immer so punktgenau abzupassen. :)

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  1. Nina

    Es war mir eine Ehre! Und mach den Lauf nicht so schlecht, ein bisschen mehr Stolz würde dir stehen, junger Mann! Beeindruckende Leistung für die es sich lohnt anzureisen :-)

  2. Roland Kübert

    Danke! :)

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