Ein schlaues Laufbuch hatte mir geflüstert, dass man vier Wochen nach dem Marathon dank Superkompensation gleich noch einen in besserer Zeit laufen könnte. Nun ja, damit war es dann relativ schnell Essig, als ich in der Woche nach dem Berlin-Marathon ein bisschen erkältet war. Statt einer Qual über die volle Distanz, die es gefühlt sicher gewesen wäre, entschied ich mich dann nur über die halbe Distanz anzutreten, das Rennen war allerdings das gleiche, der München-Marathon.

Kaiserwetter beim Blick vom Olympiaberg

Bei sommerlichen Temperaturen ging es am Samstag nach München und vor Ort gleich in den Olympiapark zur Nachmeldung. Nettes Ambiente und ein netter Plausch mit einer Werbebotschafterin für Laufcamps, mehr war dann aber auch nicht geboten. Nach einem Ausflug auf den Olympiaberg ging es dann quasi zur Nudelparty in die Unterkunft und zeitig in die Heia, auch wenn der Start am Sonntag erst um 13:30 war.

So ein später Start ist ja immer irgendwie blöd, für mich zumindest. Lieber früh aus den Federn und früh laufen, da gibt es schon keine Probleme à la „was esse ich vorher“ oder „wird das nicht zu warm“? Ja, zu warm wurde es, das war eh klar, aber gut, so war von Anfang an klar dass jegliche Bestzeitambition fehlt am Platz wäre. Pünktlich um halb zwei gingen wir also an den Start, bei dem man auf der Hälfte der Marathon-Strecke einsteigt. Ich weiß nicht ob es für die langsamen Marathonis angenehm ist, nochmal von einem Feld aus ein paar tausend Läufern überholt zu werden, aber gut, so ist immerhin noch mal etwas los. Vor allem nach dem Start des Halbmarathons sind die Streckenführung und der Zuschauerzuspruch kein Highlight, erst als es nach ungefähr 7,5 km über die Isar in Richtung Altstadt ging wurde es schöner: Richtung Sendlinger Tor, über Marienplatz, Max-Joseph-Platz und Odeonsplatz, dann gab es eine Art Schleife über den Königsplatz. Gerade hier, wo der Boden entweder aus Kopfsteinpflaster besteht oder ungepflastert ist, war es gefühlt glühend heiß. Schönes Ambiente jedenfalls, viele Zuschauer, hat gepasst. Zurück auf der Leopoldstraße ging es noch ein Stück nach Norden und dann ab nach Westen zum Olympiapark – der Anstieg bevor es in den Park ging hat beim Marathon sicher auch rein gehauen.

Am Ende ging es dann mit Vollgas ins Olympiastadion, wobei der Einlauf sehr schön gemacht ist, dann noch eine Dreiviertelrunde durch das Stadion und ab ins Ziel. 1:36:04, hat gepasst für das Wetter; anspruchsvoll war es schon, aber nicht am Limit. Klar war es nicht so heiß wie beim Hüttenfelder Kerwelauf, aber ein bisschen versöhnt habe ich mich mit Laufen bei heißem Wetter dann immerhin auch noch. Ein schöner Lauf, der vor allem nach dem ersten Drittel (bezogen auf den Halbmarathon) Fahrt aufnimmt was Sehenswürdigkeiten und Stimmung angeht. Der Einlauf ins Olympiastadion ist natürlich was besonderes. :)