Brügge sehen und nicht sterben stand für den Samstag erst mal auf dem Programm, ehe es abends zu Cercle Brügge ging. Dank Klapprad konnte ich geschwind Richtung Stadt und erst mal am Kanal entlang radeln, erster Eindruck schon mal sehr nett. Auch was das Rad fahren angeht: große, breite Radwege, durch Begrenzungssteine abgesicherte Radspur im Kreisverkehr, deutlich angenehmer als man das aus der Heimat so kennt.

Am Kanal entlang ging es via Genter Tor zum Kreuztor, wo auch noch eine der historischen Mühlen steht. Von da aus fuhr ich dann ins Zentrum zu Burgplatz, der kleinsten Straße von Brügge und auf den Marktplatz. Einziger Hiccup: am Glockenturm war die Schlange so lang, dass ich darauf verzichtete, die Stadt von oben zu sehen und gleich zum belgischen Mittagessen überging – Fritten, Käsekroketten und Jupiler, passt. Durch Zufall stieß ich noch auf einen sehr schönen Geocache, RV 5.08: Brugge – wer mal nach Brügge kommt, trotz Traditional Cache in sehr zentraler Lage unbedingt machen. :) Sint-Janshospital, Liebfrauenkirche und Bonifazius-Brücke besichtigte ich auch noch, dann ging es erst mal wieder für eine kurze Pause ins Hotel.

Hatte ich bei der Stadttour noch Glück war mir das Wetter auf dem Weg zum Spiel nicht mehr so wohl gesonnen, mittlerweile regnete es, aber zum Glück nur leicht, so dass ich halbwegs trocken zum Stadion radeln konnte. Hier hatte ich mir im Vorverkauf bereits eine Karte gesichert, das sparte mir zumindest erneute Peinlichkeiten am Schalter, außerdem hatte ich so einen Gangplatz sicher. ;) Nette Kiste, das Jan-Breydel-Stadion, mit fast 30.000 Plätzen, der Oberrang war wegen mangelndem Zuschauerzuspruch gesperrt, hatte ich in der ersten Liga jetzt auch nicht erwartet, im Schnitt zieht Cercle die Saison bisher aber auch nur um die 6.000 Zuschauer.

Das Spiel war dann heute deutlich munterer als gestern. Cercle ist für mich der deutlich größere Name, allerdings sind die Gastgeber nach drei Saisons zweite Liga erst diese Saison wieder erstklassig, St. Truiden steht zumindest in der oberen Hälfte der aus 16 Mannschaften bestehenden Liga. Wie gesagt, munteres Spiel, Cercle ging nach einer halben Stunde in Führung, ein paar Minuten danach gab es erst mal Videobeweis, die Entscheidung zum Freistoß für die Gäste blieb aber bestehen, direkt daraus resultierte der Ausgleich und Halbzeitstand.

In meiner Verzweiflung war ich kurz davor, mir eine Waffel zu kaufen, weil es sonst natürlich nur das gleiche fleischliche Programm gab wie gestern, das blieb mir dann aber erspart, weil für jeglichen Konsum eine Stadionkarte notwendig gewesen wäre und mir das dann für das eine Spiel doch zu umständlich war. Immerhin hatte ich ein paar Gummibärchen dabei, die ich dann während der zweiten Halbzeit aß.

In der zweiten Halbzeit gingen die Gäste dann nach zwanzig Minuten in Führung, dieses Mal war es an Cercle, auszugleichen. Nach genauer Ansicht eines dem Ausgleich vorangegangen Zweikampfs im Mittelfeld – zweiter Videoeinsatz – erkannte der Schiedsrichter das Tor allerdings ab, erwartungsgemäß waren die Heimfans nicht begeistert. Cercle versuchte es dann mit der Brechstange, konnte allerdings kein Tor mehr erzielen. Unterhaltsam auf jeden Fall, für die Gastgeber mit den zwei Videobeweisen natürlich etwas blöd.

Gegen Ende des Spiels hatte es ordentlich angefangen zu schütten, zum Glück war das aber nur ein kurzer Guss und so ging es bei nur noch leichtem Geniesel zurück ins Hotel.