Früher bin ich zum Fußball nach England gefahren und hatte Laufsachen dabei, um vielleicht mal eine Runde zu drehen. Heutzutage fahre ich zum Laufen nach England und wenn ich dran denke schaue ich auch nach, ob es ein Fußballspiel gibt. ;)

In der Tat gab es mehrere Optionen und sogar Spiele am Samstag und am Sonntag, allerdings reichte mir dann ein Spiel vor dem Lauf am Samstag, Sonntag wäre glaube ich nur Arsenal gewesen. Samstag war es dann gar nicht so einfach, etwas passendes zu finden, was allerdings nur daran lag, dass die Startnummernabholung relativ dämlich erst ab Mittag war. Gepaart mit der Tatsache, dass die Abholung neben der Tower Bridge war und es blieben eigentlich nur die Optionen QPR und Dartford übrig. QPR hätte mich jetzt auch mal wieder gereizt, ich entschied mich dann aber doch für etwas neues und machte mich Startnummer im Gepäck auf nach London Bridge und dann ab nach Dartford. Das klappte dann gerade nicht Just in Time und so war ich vielleicht zwei Minuten nach Anpfiff im Stadion, nachdem ich am Einkaufszentrum vorbei durch die Innenstadt an der Darent entlang zum Stadion gelaufen war.

Ich dachte immer die Forest Green Rovers wären der einzige auch ein bisschen an Nachhaltigkeit interessierte Club, in der Tat ist der Princes Park aber ein Musterstadion was das anbelangt: tiefer gelegt im Vergleich zur Umgebung um Licht- und Lärmbelästigung zu reduzieren, Solarzellen auf dem Dach, Brennwertkessel, Dachbegrünung, viel Einsatz von Holz und noch einiges mehr. In diesem Sinne gibt es auch eine Holz-Statue auf der Gegengerade die auf den ersten Blick das Dach zu tragen scheint, ganz witzig. Ansonsten immerhin 1.061 Zuschauer vor Ort, für die sechste Liga auch nicht schlecht.

Viel geboten war in der ersten Halbzeit nicht, gerade so ging es dann nicht torlos in die Kabine, die Hausherren gingen kurz vor der Pause durch einen sehenswerten Volley von knapp außerhalb des Fünfers in Führung. Was ich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte war dass in den unteren Ligen die Fans in der Pause die Hintertorseiten tauschen, ist aber eine nette Sache. Nachdem ich mir in der Pause einen Tee gewichtelt hatte ging die zweite Halbzeit erstmal herzerwärmend los – war doch ganz schön frisch sobald die Sonne weg war, vor allem wegen des böigen kalten Windes. Auch auf dem Platz ging es aber munterer zu, wobei hauptsächlich die Hausherren am Drücker waren und durchaus hätten nachlegen können. Den Deckel drauf machte Dartford dann kurz vor Schluss doch noch durch einen Elfmeter.

Zurück ging es dann über den Brooklands Lake, von dort aus wieder in den Central Park und auf der gleichen Route wie hinwärts zurück zum Bahnhof. Auf der Treppe vor dem Bahnhof noch schnell einem Inliner bei seinem waghalsigen Video zugeschaut, dann kam auch schon der Zug zurück nach London Bridge. Da ich eh schon mal da war nutzte ich die Gelegenheit, den Weg vom Sammlungspunkt in der Tooley Street rückwärts zu Bank, also invers zu vor dem morgigen Lauf, auszukundschaften. Danach schon schnell ein Panik-Kauf beim Sport’s Direct im Westfield in Shepherd’s Bush, war arg unklar, was am nächsten Tag jetzt an Wetter anstand. Da ich eh schon mal da war (ich erkenne irgendwie ein Muster) gab es dann noch die Quasi-Pasta-Party beim Wetherspoon’s. :)

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