Nachdem Hamburg ja mein mittlerweile sechster Marathon wird bin ich im Trainingsplan mittlerweile etwas experimentierfreudiger geworden, vor allem da es ja für das Ziel 3:10 h sowieso keinen fertigen Trainingsplan gibt. Ergebnis war dann eine Kombination aus Elemente der Trainingspläne von Beck und (hauptsächlich) Steffny, in den langen Läufen à la Beck kam dann vor allem der schnellere Anteil zum Tragen. Laufkollege Jörg hatte sich in Ermangelung eines passenden Halbmarathonrennens den Volkslauf „Rund um den Winterstein“ ausgeguckt, ich hatte eigentlich einen langen Lauf mit hälftigem GA2-Anteil vorgesehen. Der Lauf passte mir eigentlich nicht so ganz, da es einerseits „nur“ 30 km waren und andererseits das Höhenprofil etwas schwierig war – immerhin fast 400 m Höhe waren zu erklimmen, ehe das dann selbige auch wieder runter ging. Am Ende siegte aber der Wunsch nach Abwechslung und der Plan war, dass ich die Belastung dann halt am Anfang statt wie üblich im zweiten Teil habe. Trotz allem sollte es für mich auf keinen Fall eine Rennbelastung sondern halt ein langer Lauf werden, ich war gespannt ob sich das so umsetzen lassen würde.

Sonntag früh ging es also auf nach Friedberg (Hessen). Wir waren zeitig genug, um einen bequemen Parkplatz zu bekommen, die Startnummernabholung lief komplikationslos und dann stand nur die Frage nach der Kleiderwahl an, am Ende fiel die Entscheidung auf kurze Hose, Kurzarm und Regenjacke, die Handschuhe waren am Start willkommen, dann aber nicht mehr nötig. Um es vorweg zu sagen: der Plan ging auf, auch wenn es am Anfang etwas Überwindung kostete, sich im Zaum zu halten. Ich hatte im Wesentlichen immer den Puls im Blick, der zwar auf Grund des Höhenprofils natürlich auch wechselhaft war, aber das ging soweit ganz gut und es war durch die anderen Läufer auf der Strecke abwechslungsreicher als ein Solo-Langer-Lauf, die mache ich ja oft genug.

Am Abzweig zur Marathon-Schleife – Stimmung gut, es war dann aber auch gut dass es so langsam Richtung Ziel und bergab ging

Das Wetter war jetzt kein Highlight, um die 10 Grad und mal mehr, mal weniger Niederschlag, das ging dann aber eigentlich ganz gut. Da man bis ich glaube Kilometer 20 relativ viel Höhe macht ist es dann irgendwann auch mal gut, so ein kleines Anstiegchen ist aber auch danach immer mal wieder drin, auch wenn es logischerweise hauptsächlich runter geht. Lief soweit alles gut, irgendwann war die Lust aber nicht mehr wirklich vorhanden, aber hilft ja nix… gegen Ende war es vom Feld her natürlich auch ziemlich dünn, ein paar Läufer überholte ich auf dem Weg zum Ziel noch, den letzten vor der Brücke über die B3 kurz vor dem Ziel, auch wenn ich ihn gerne mit ins Ziel gezogen hätte, da war es kein Kilometer mehr.

Mit 2:30:17 hatte ich dann die zweieinhalb Stunden gerade knapp verpasst, wobei ich vorher sowieso keine Vorstellung davon hatte, was als Endzeit überhaupt realistisch sein würde und auch während des Rennens war es jetzt nicht wirklich klar, wo ich von der Zeit her landen würde – absolut kein Grund also, sich zu ärgern. Dass es bei einem Trainingsrennen mit angezogener Handbremse bei dem Höhenprofil trotzdem fast auf eine Durchschnittspace von 5:00 min/km raus lief und ich insgesamt im ersten Fünftel des Feldes landete war dann eine durchaus positive Überraschung.

Nach dem Zieleinlauf war es bei dem nasskalten Nieselwetter sofort extrem unangenehm, also nichts wie sofort ab unter die warme Dusche. Das Warten auf die Siegerehrung, bei der Jörg für den dritten Platz in der AK M45 geehrt wurde, versüßten wir uns mit Kuchen, dann ging es wieder nach Hause. Schönes „Rennen“, wenn auch mit eher unschönem Wetter, aber landschaftlich eine schöne und anspruchsvolle Strecke – danke an den Ausrichter und die vielen Helfer, das war bei dem Wetter sicherlich auch nicht nur lustig. ;)

For that special someone :x