Fast genau 5 Jahre ist es her, dass ich die damals magischen 45 Minuten auf 10 Kilometer das erste Mal unterboten habe. An den magischen 40 Minuten hatte ich mir bisher aber die Zähne ausgebissen, es war mir dann eigentlich auch nicht mehr so wichtig und ich dachte, ohne dedizierten Trainingsplan würde sich das eh nicht ergeben, standen doch aktuell auch erst zwei Zeiten unter 41 Minuten zu Buche (York 10k 2018 und ein absurdes Solo-Rennen nach Mainaschaff und am Main zurück im Rahmen des Hamburg-Trainingsplans). Die erst mal letzte Möglichkeit auf den 10 km was zu reißen war dann das zweite 10 km-Rennen im Trainingsplan, für das ich mir den Frühjahrslauf in Gießen ausgesucht hatte, der versprach ein flaches Profil und da ich sowieso noch nie in Gießen war wurde gleich ein Wochenendtrip draus.

Nach einem wunderschönen Freitag und Samstag, nicht nur vom Wetter her, war es am Sonntag morgen empfindlich kühl, aber gut, es ging ja darum schnell zu rennen und nicht darum, in der Sonne zu stehen. Etwas verwunderte mich nur die mit Pfand belegte Startnummer, die werden aber wohl wiederverwendet, durchaus sinnig. Das schöne an so kleinen Läufen: das Auto steht um die Ecke vom Start, man kann also kurzfristig noch Sachen deponieren oder die Kleidung wechseln, dass es trotz kühlem Wetter unten kurz und oben ärmellos war, war aber eh klar, es sollte ja zumindest ein schnelles Rennen werden. Nach ausgiebigem Einlaufen ging es nochmal ins Gebüsch und dann an den Start, wo ich mich in der ersten Reihe wiederfand – nicht unbedingt meine Art, aber es war eigentlich nicht viel los und anscheinend wollte fast keiner wirklich von vorne starten.

Von Anfang an ging es flott los, wobei ich mich ein bisschen einbremste, der erste Kilometer lief dann aber doch sogar unter 3:50 Minuten. Das war mir dann doch ein bisschen schnell und ich pendelte mich dann auf Zeiten knapp unter 4:00 Minuten ein, das lief erstaunlich gut, auch weil ich einen Mitläufer gefunden hatte, der ziemlich genau mein Tempo lief. Klar, das war ein Rennen am Limit, aber zum Glück nicht drüber. Die 5 km und damit die erste Runde schloss ich mit ungefähr 19:50 Minuten ab, das sah super aus, wenn ich das Tempo halten könnte. Mein unfreiwilliger Pacer musste dann aber etwas nachlassen, ich fand dann noch zumindest zwei Mal kurzzeitig Läufer, mit denen ich weiter laufen konnte, zu Ende lief ich es dann aber alleine. Die Zwischenzeiten deuteten daraufhin, dass ich weiterhin gut auf Kurs Richtung Sub-40 Minuten war, den letzten Kilometer konnte ich dann sogar nochmal richtig Gas geben, Zielzeit 39:31?! Im Ziel musste ich mich erst mal ungläubig lachend über das in der Form völlig unerwartete Ergebnis amüsieren, dann plauschte ich noch mit meinem ersten Mitläufer, der so schön konstant über die ersten 5 Kilometer gelaufen war, dann ging es auslaufen, duschen und in die Halle. Dort durfte ich nicht nur meine Startnummer zurück geben sondern mich auch über einen zweiten Platz in der Altersklasse M35 freuen, eine schöne Sache dass diese für mich Fabelzeit auch mit einem AK-Platz belohnt wurde. :)

Siegerehrung

Stolz wie ein Spanier – Urkunde für den 2. AK-Platz