Der Big Half London hatte ja eigentlich nicht in den Trainingsplan für Hamburg gepasst, es gab aber ein schönes Rennen punktgenau drei Wochen vor dem Marathon – den Berliner Halbmarathon, für den ich mich dann auch schon im Oktober 2018, einen Monat nach dem Berlin-Marathon angemeldet hatte. Es stand also ein schönes Wochenende in Berlin auf dem Plan, wenn man davon absieht, dass ich seit dem Anreisetag schmerzen im linken Fuß hatte. Das Wetter war dafür traumhaft, aktuell ungewohnt warm und fast schon zu sommerlich.

Ich hatte gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass der Halbmarathon doch fast genauso groß ist wie der Marathon, immerhin ungefähr 35.000 Läufer nahmen dieses Jahr daran Teil. Insgesamt war es ein Nacherleben des Marathons: Startnummernausgabe inklusive Starterbändchen in Tempelhof (wie beim Marathon), zum Lauf Anfahrt zum Hauptbahnhof und Fußmarsch zum Tiergarten (wie beim Marathon), Start auf der Straße des 17. Juni Richtung Siegessäule (wie beim Marathon), Lauf durch Brandenburger Tor (wie beim Marathon) und Zieleinlauf ebenfalls auf der Straße des 17. Juli (wie beim Marathon ;)). Das mit Start und Ziel war wohl nicht immer so, ich fand es aber toll, war ja beim Marathon auch schon schön gewesen. Gefühlt die einzigen Unterschiede: viel weniger los bei der Startnummernausgabe und vor allem bei der T-Shirt-Verteilung und natürlich eine andere und nur halb so lange Strecke. ;) A propos, bei der Startnummernausgabe gab es einen Ramsch-Stand, auf dem man Shirts von vorherigen Läufen erwerben konnte und ich hab doch tatsächlich das gefühlt einzige Event-Shirt vom Marathon 2018 in M gefunden. Dass man nach Gewicht bezahlt hab ich dann erst an der Kasse gemerkt, aber auch mit nur einem Shirt waren die 5 € pro Kilo gut angelegt. :)

Doppelt bebändert hält besser

Den samstäglichen Halbstundenlauf mit Steigerungen lief ich trotz unklarer Beschwerden, so konnte ich immerhin gleich mal das neue Laufshirt einweihen. ;) Danach ging es erst mal in die Apotheke, Kühlpads und Volateren kaufen, dann war das Fuß kühlen auch die Hauptaufgabe am Samstag, abgesehen von einem Abstecher zum Alexanderplatz und Fußball schauen abends.

Pretty in yellow? Jedenfalls habe ich noch ein Event-Shirt vom Marathon 2018 bekommen :)

Mit gemischten Gefühlen was den Fuß angeht ging es morgens los, wie gesagt auf altbekannten Pfaden, alles nichts neues. Irgendwann fand ich auch meinen Wagen für die Abgabge des Kleiderbeutels, die Kleiderwahl war bei dem warmen Wetter eh schnell klar gewesen, unten kurz und oben ärmellos. Beutel abgegeben, bisschen warm gelaufen, möglichst kurz vor knapp noch mal Pinkeln gehen und dann wie immer spät über das Geländer in den bereits vollen Block klettern. Der 1:30 h-Pacer kletterte dann ebenfalls ziemlich nah bei mir rein, ein Omen? Naja, eher nicht, am Start war es relativ eng und ich sah die Fahne 100 oder 200 m vor mir die Startlinie überqueren, ich stelle mich ja in so Menschenansammlungen nicht immer unbedingt geschickt an… ;)

Kurz hinter dem Start – das Ziel war eigentlich mal wieder gar nicht weit weg

Noch nicht viel los dafür dass bald 35.000 Läufer starten

Guter Dinge vor dem Start

Zum Lauf gibt es eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Nachdem ich in London so knapp an einer neuen HM-Bestzeit vorbei geschrammt war hatte ich natürlich schon die Hoffnung, dass es dieses Mal klappen könnte. Der Start Richtung Siegessäule war wieder sehr schön, das Feld verteilte sich zwar relativ gut, es dauerte aber doch bis man mal ungestört frei laufen könnte. Würde mich ja mal interessieren, wie viele Läufer in einem schnelleren Startblock starten, gefühlt waren das ziemlich viele, so viele wie ich überholt habe… Es lief jedenfalls von Anfang an ziemlich flott, eigentlich hatte ich aber nur den Puls im Blick, der für meinen Geschmack zu hoch war, aber gut, was will man machen, schaut man halt mal wie es geht, ist ja immer schwierig wenn man halt Bestzeit laufen will und war vom Gefühl her super. Gute Stimmung auch, natürlich nicht durchgehend überall, aber hat gepasst, das Wetter hat seinen Teil dazu beigetragen denke ich. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, auf irgendeinem HM bis über die Hälfte so easy gerannt zu sein, bis Kilometer 12 war es gefühlt völlig locker, dann wurde es aber ein bisschen krampfig. Den Pacer und seine Gruppe hatte ich immer ein Stück vor mir im Blick, das hat durchaus geholfen, dass ich nicht immer nach der Pace schauen musste. Kilometer 13 bis 17 waren dann schon richtig anstrengend, gegen Ende dieses Abschnitts entschloss ich mich dann auch mal direkt bei der Pace-Gruppe mit zu laufen. Das ging dann auch echt gut, eigentlich so ab Kilometer 18 lief es dann doch noch mal ziemlich locker und so, dass ich mich bei Kilometer 20 dann auch absetzen konnte und noch ein Stück vor dem Pacer ins Ziel lief.

Mit den Bestzeiten ist das bei mir ja immer gleich, ungläubiges auf die Uhr schauen und erst mal herzhaft lachen, hier war es bei einer Sub-1:30 h natürlich genau so. Ich wartete erst mal auf den Pacer, der punktgenau Sub-1:30 h ins Ziel kam und bedankte mich fürs Pacen – war das erste Mal, dass ich explizit einem Pacer hinterher gelaufen bin, ist doch einfacher wenn man jemand anderem die Tempokontrolle überlässt und sich nur auf sich (und seinen eigentlich zu hohen Puls) konzentrieren kann. Vielen Dank auch nochmal an dieser Stelle, Hendrick! Und natürlich auch ein herzliches Dankeschön an alle, die daheim und vor dem Live-Stream mitgefiebert und Daumen gedrückt haben! :x Sub-1:30 h, dass ich das noch erleben darf, nach den magischen 40 Minuten auf 10 Kilometer gleich die nächste magische Grenze. :)

Nichts mehr los – Medaille abgeholt und Blick zum Start

Das übliche Reichstagfoto

Ein schöner Ausflug jedenfalls in die Hauptstadt und ein wirklich schönes Rennen, dass ich nur empfehlen kann. Nach einem gemütlichen Sonntag ging es dann am Montag Mittag zurück in die Heimat – über Irrungen und Wirrungen der Bahnverbindung verliere ich mal kein Wort, da reicht das folgende Bild wahrscheinlich auch (wobei das gar nicht mein Zug war sondern einfach einer den ich ab Frankfurt nach AB dann erwischt habe). :)

Die Bahn halt