Manche sahen es schon lange voraus und einige Beiträge deuteten doch auch arg darauf hin, dass mir der Triathlon im Kopf rum spukte, lange wollte ich davon aber nichts wissen, bis ich mich dann dieses Jahr doch entschied, endlich mal einen Triathlon zu machen. Ausgeschaut war dafür der Churfranken-Triathlon in Niedernberg: näher vor der Haustür geht nicht, preislich im Rahmen (89 €), nicht beliebig groß und lange genug nach dem Hamburg-Marathon.

Das Training war dann allerdings doch relativ durchwachsen, nach Hamburg quälte mich da der Fuß ein wenig, als das irgendwann wieder ging zog ich mir aus unerfindlichen Gründen eine hartnäckige Knieverletzung zu, die mich auch mehr als zwei Monate später noch verfolgt. So blieb es bei einem einzigen halbwegs ernsthaften Koppeltraining Schwimmen/Rad fahren und einem echt ernsthaften Koppeltraining Laufen/Rad fahren. Nachdem ich mich nach dem Marathon bemüht hatte, ein bisschen mehr Rad zu fahren und mehr zu schwimmen machte traten Anfang Juni die Knieprobleme auf, etwas mehr als vier Wochen vor dem Triathlon. Danach war ich im Wesentlichen nur noch Schwimmen und machte zumindest keine ernsthaften Radtouren mehr, das Laufen hatte ich komplett eingestellt. Am Mittwoch vor dem sonntäglichen Triathlon machte ich dann zumindest mal einen halbstündigen Test-Lauf – war nicht viel versprechend, aber sah so als ob es zumindest gehen könnte, insofern war die Entscheidung für das Antreten damit gefallen.

Triathlon ist ja wohl auch immer so eine Ausrüstungssache, wie man mich kennt hatte ich aber keine Lust Unsummen auszugeben für etwas, das ich vielleicht ein Mal mache. Einen Kurzarm-Triathlon-Anzug bekam ich von Decathlon für die Gegenleistung, einen Fragebogen auszufüllen und eine Produktbewertung abzugeben, Kleiderfrage damit erledigt, leider auch die Möglichkeit, in Boardshorts an den Schwimmstart zu gehen – nächstes Mal vielleicht. ;) Ebenfalls von Decathlon gab es ein Rennrad, weil ich mir sowieso schon lange eins kaufen wollte und die alte Möhre dann für den Triathlon und auch sonstiges ernsthaftes Rennrad fahren eher keinen Spaß versprach und außerdem so furchtbar übersetzt ist dass man maximal die Glattbacher Überfahrt hoch strampeln kann. Zeit also, meinen fünf Jahren Gutschein einzulösen, den ich von meinem Vater zur Promotion geschenkt bekam… :D Am Ende war es das zweitgünstigste Rad von Decathlon, weil ich das in Offenbach gleich abholen konnte, für mich für den Anfang wohl auch gut genug. Clickpedale dran, Proberunde nach Stockstadt und zurück, passt.

Die Vorbereitung auf den Tag der Tage war dann etwas komplizierter als sonst, alleine wegen der drei Disziplinen und weil ich das ja auch noch nie erlebt hatte. Am Ende war es aber eigentlich ziemlich entspannt, weil ich sehr früh am Parkplatz war. Helm auf, Rad geschnappt und ab zum Einchecken an der Einfahrt zum Seehotel, wo zum Glück noch nichts los war, später gab es da eine sehr lange Schlange. Dann hieß es Fahrrad abstellen und Sachen für das Rad fahren und das Laufen am Rad deponieren. Unklar war erst ob ich mit Neo schwimmen würde oder nicht, es war dann aber so warm dass der Neo nicht erlaubt war, auch okay. Mittlerweile traf ich dann auch die Groupies, die sich geschickt an der Seite vom Schwimm-Ziel postierten, so dass wir uns vor dem Start nochmal sehen konnten.

First up – Schwimmen. Das lief erstaunlich gut, das nächste zu diesem Rennen war die Seequerung in Zürich, die ich vor gefühlten Ewigkeiten mal gemacht habe. Ich hatte erwartet, dass es eine Schlimme Hauerei würde, es hielt sich dann aber alles in Grenzen und außer mal einen Schlag auf den Arm passierte gar nichts. Die 1.500 m waren als zwei Runden mit Landgang zu absolvieren, das einzig auffällige dabei: wie früh viele aufgestanden sind anstatt einfach bis ins ganz flache Wasser zu schwimmen. Ansonsten ist das Pacen beim Schwimmen ja immer schwierig, die Uhr meinte jedenfalls dass ich alle 500 m-Teile in unter 10 Minuten geschwommen bin, für mich als nicht so schnellen Schwimmer wirklich super. Als 50. von über 230 Teilnehmern kam ich aus dem Wasser, da war ich im Nachhinein positiv überrascht. Die Groupies bekam ich logischerweise beim Landgang und auch beim raus kommen zu sehen, tolle Sache. :) Weiter ging es zum Fahrrad, wobei ich jetzt nicht endschnell hoch zur Wechselzone gesprintet bin, das Knie würde früh genug noch zu tun bekommen. Umgezogen, Rad bis an den Start geschoben, aufgestiegen und los auf die vier Runden mit insgesamt nicht ganz 40 Kilometern. Die Wechselzeit war mit fast dreieinhalb Minuten jetzt nicht super, aber gehetzt habe ich mich nicht auch nicht, da ist aber sicher noch Luft nach oben. ;)

Die Radrunde lief ziemlich gut, alle 5 km-Teilstücke absolvierte ich mit einem Temposchnitt von über 30 km/h, trotzdem war klar dass das Rad fahren meine schwächste Disziplin war und dementsprechend wurde ich hier arg nach hinten durch gereicht und habe fast 100 Plätze verloren. Ich war trotzdem zufrieden, man sieht da natürlich auch ganz anderes Material auf der Strecke. Zwei kleine Hiccups, eines dass ich eigentlich unbedingt vermeiden wollte, eines das mir gar nicht bewusst war: bei der Einfahrt in die Wechselzone bin ich umgefallen, weil ich nicht ausklicken konnte, das hatte ich mir hundert Mal vorher gesagt, war aber zum Glück nicht schlimm und bei vor der Einfahrt in die Wechselzone bin ich dann zu früh nach links vor der folgenden Rechtskurve und rechts überholen ist ja tabu, da hatte ich den Abstand zur Kurve falsch eingeschätzt.

Ansonsten war das Rad fahren echt schön, morgens hatte ich mich mit einem Ordner unterhalten dass es ja ganz spannend ist mal komplett ohne Autoverkehr auf öffentlichen Straßen Rad zu fahren. Das war auch wirklich mal was anderes, wie mir auch bei späteren Radausfahrten dann wieder aufgefallen ist. Einziges Verkehrsmittel waren mehrere Motorräder, auf denen Wettkampfrichter die Radstrecke überwachten. Der Vorteil der vier Runden: die Groupies bekam ich so vier Mal zu sehen, ehe es ans abstellen des Rades ging.

Auch beim zweiten Wechsel brach ich keine Rekorde, ging aber, sieht man mal von meinem unfreiwilligen Absturz an der Haltelinie ab, soweit alles gut. Bis auf Schuhe und Helm musste ich ja nichts wechseln, dann noch die Kniebandage an und los. Nach dem Rad fahren war ich doch ziemlich krumm und lahm, das Laufen lief dann aber soweit gut und nachdem ich die erste Runde absolviert hatte war mir klar dass ich zumindest finishen würde, auch wenn das Knie mit zunehmender Dauer nicht besser wurde. Für meinen Trainingsstand seit dem Marathon und die Probleme mit dem Knie bin ich mit der Laufzeit nicht unzufrieden, um die 50 Minuten kann man nach dem Vorprogramm erst mal stehen lassen. Sieht man vom Knie ab ist es vor allem fehlendes Koppeltraining Rad->Laufen, dass sich hier negativ bemerkbar macht.

Schlussendlich war ich dann nach 2:41:03 h im Ziel, hat fürs erste Mal sowieso gepasst. Die Radstrecke war ja von den 40 km runter etwas verkürzt worden, aber auch mit 2,5 km mehr wäre ich unter der 3-Stunden-Marke geblieben, das war eigentlich das einzige was ich mir lose vorgenommen hatte, wobei ich mit der Kniegeschichte dann ja froh war überhaupt finishen zu können.

Nette Sache, so ein Triathlon, ist doch deutlich was anderes als „nur“ laufen. Mit den vielen Runden lohnt es sich für die Zuschauer dann auch mehr als ein Laufwettkampf, wobei es natürlich auch relativ lange dauert. Vielen Dank fürs da sein und Anfeuern! :)

Den Churfranken-Triathlon kann ich mir nächstes Jahr schon noch mal vorstellen, ansonsten liebäugele ich mit einem Rennen über die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Rad fahren, Halbmarathon), da würde sich der City-Triathlon Frankfurt anbieten.