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Privates Blog von Roland Kübert

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Schlagwort: Connie Willis

Projekt 52.2018.11: Connie Willis – To Say Nothing of the Dog: or, How We Found the Bishop’s Bird Stump at Last

Connie Willis-Mania, weiter ging es nach dem düsteren Doomsday Book mit dem heiteren To Say Nothing of the Dog: or, How We Found the Bishop’s Bird Stump at Last – Zeitreisen können auch (unfreiweillig) komisch sein. :)

Im Oxford der Zukunft wird die Kathedrale von Conventry, die bei einem Bombenangriff der deutschen Luftwaffe am 14. November 1940 fast vollständig zerstört wurde, wieder aufgebaut. Lady Schrapnell, die die Mittel dafür bereit stellt, will den Nachbau auf Grund persönlicher Verbundenheit mit der Kirche möglichst originalgetreu haben und nutzt deshalb intensiv die Möglichkeit von Zeitreisen, stellt dafür aber auch viel Geld für die Universität zur Verfügung.

Ned Henry ist beauftragt, herauszufinden was mit „Bishop’s Bird Stump“, einer Art Vase aus der Kathedrale, vor, während oder kurz nach dem Bombenangriff passiert ist. Auf Grund vieler Zeitreisen leidet Ned an einer Art Jetlag – „time-lag“ – und als sich die Gelegenheit ergibt, ihn vor Lady Schrapnell im viktorianischen England zu verstecken, nutzt sein Chef James Dunworthy diese. Gleichzeitig soll Ned dabei noch eine Inkongruenz beheben, indem er eine Katze, die irrtümlich aus der Vergangenheit mit gebracht wurde, wieder mit zurück nimmt. Im viktorianischen England gibt es allerlei humorige Komplikationen, immer unter der Befürchtung, dass Ned und seine Kollegin Verity, die die Katze ursprünglich mit gebracht hatte, das Raum-Zeit-Kontinuum verändert haben.

Im Gegensatz zu den anderen Zeitreisebüchern ist To Say Nothing of the Dog wie gesagt sehr humorig und wohltuend wenig dramatisch.

P.S.: Der Untertitel ist eine Anspielung auf Three Men in a Boat (To Say Nothing of the Dog), das jetzt auch auf der Leseliste steht.

Projekt 52.2018.10: Connie Willis – Doomsday Book

Endlich mal wieder auf Reisen, da gab es ausreichend Gelegenheit mal wieder ein Buch in Gänze in relativ kurzer Zeit zu lesen. Auf dem Plan stand das Doomsday Book, das erste Buch aus Connie Willis‘ Oxforder Zeitreisen-Serie, von der ich schon den Doppelpack Blackout / All Clear verschlungen habe. Es gibt zwar eine gewisse Überlappung an Charakteren zwischen den Büchern, aber es ist absolut kein Problem, diese in verdrehter Reihenfolge zu lesen.

Kivrin Engle, eine junge Historikerin, will ins Mittelalter reisen, um mehr über diese Zeit zu erfahren. Der Name des Buches ist inspiriert vom Domesday Book, denn Kivrin will eine Aufzeichnung des Lebens im Mittelalter erstellen. Zielzeitpunkt ist 1320 in der Nähe des Örtchens Skendgate bei Oxford, in dem im Oxford der Gegenwart des Jahres 2054/2055 gerade Ausgrabungen stattfinden. Zwar gilt das gesamte Mittelalter als für Zeitreisende gefährlich, aber Kivrin wähnt sich sehr gut vorbereitet und die Zielzeit befindet sich deutlich vor dem Auftreten der Pest in England.

Kivrin ahnt nicht, dass in Oxford just zum Zeitpunkt ihrer Abreise eine Influenza-Epidemie ausbricht. Ausgerechnet der Techniker, der das Netz bedient, Badri, ist einer der ersten Betroffenen und gibt eine falsche Zielzeit ein – Kivrin landet so mitten im England der Pest. Ihr Mentor James Dunworthy versucht derweil in der Gegenwart, in der die Krankheit Oxford lahm legt, alles, um Kivrin sicher zurück zu bekommen.

Buried with my own hands five of my children in a single grave … No bells. No tears. This is the end of the world.
AGNIOLA DI TURA
Siena, 1347
(Connie Willis – Doomsday Book, Kapitel 3 vorangestellt)

Die Influenza-Epidemie in Oxford ist tragisch und fordert auch Opfer, aber sie ist kein Vergleich zu dem Elend, das Kivrin im Mittelalter erlebt. Die Pest erreicht den Ort, an dem sie sich zwischenzeitlich eingerichtet hat, erst relativ spät im Buch und unerwartet, die Folgen sind verheerend und schockierend. Klar, die Pest kennt man und vom schwarzen Tod hat man schon mal gehört, näher auseinander gesetzt habe ich mich damit aber bisher nicht. Ein zum Teil ziemlich trauriges Buch, aber dennoch äußerst lesenswert.

Projekt 52.2018.01: Connie Willis – All Clear

Zweiter Teil von Blackout/All Clear und während mir der erste Teil sehr gut gefallen hat war der zweite Teil noch deutlich besser. Nach wie vor geht es für Polly, Merope und Mike darum, irgendwie wieder nach Oxford zurück zu kommen und derweil den Blitz zu überleben. Spannend bis zum Ende und ein faszinierender Einblick in den Blitz und die späteren V-Bomben-Angriffe auf London, wer sich nur ein bisschen dafür interessiert kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Rechtzeitig vor dem ersten England-Trip hatte ich das Buch fertig gelesen und mich auf einen Besuch in St. Pauls’s gefreut. Die Kirche hatte ich bisher links liegen gelassen, auch wegen des recht hohen Eintrittspreise, nur außen herum war ich schon mehrfach unterwegs. Im Buch nimmt die Kirche wie im richtigen Blitz eine große Rolle ein und so war ich neugierig darauf, endlich mal rein zu kommen. Daraus wurde dann aber leider doch nichts, weil ich nur am Sonntag in London war und die Kirche dann nur zum Gottesdienst besucht werden kann. Sei’s drum, der nächste Trip nach oder über London kommt bestimmt und vielleicht schaffe ich es dann auch irgendwann mal nach Bletchley Park.

St. Paul’s Survives – Foto vom 30. Dezember 1940

Projekt 52.2017.18: Connie Willis – Blackout

Eigentlich hatte ich nach einem anderen Buch mit demselben Titel gesucht, als ich auf Connie Willis Blackout stieß. Willis ist Science Fiction- und Fantasy-Autorin und mit elf Hugo Awards und sieben Nebula Awards ausgezeichnet, da hätte ich eigentlich schon mal über etwas von ihr stolpern können, dem war bisher aber nicht so. Von der Grundidee fand ich Blackout/All Clear – ursprünglich war nur ein Buch geplant, später wurden daraus aber die zwei einzelnen Bücher – jedenfalls sehr interessant und wurde nicht enttäuscht.

In Oxford im 22. Jahrhundert sind Zeitreisen möglich und an der Tagesordnung – zumindest für Historiker, die in die Vergangenheit reisen, um sie zu untersuchen. Wie das genau abläuft ist zu Beginn etwas nebulös, was aber auch den Reiz des Buches aus macht. Es gilt, Koordinaten für deinen „Drop“ zu finden, die Stelle, an der der Zeitreisende unerkannt erscheinen kann und von der er später auch wieder zurück reisen kann. Das erweist sich als nicht so einfach: teilweise sind keine passenden Orte zur gewünschten Zeit auffindbar, manchmal klappt es aber auch, nur kommt der Zeitreisende zu einer anderen Zeit am gewünschten Ort heraus. Neben dem Erzählstrang in Oxford, der nur eine Nebenrolle einnimmt, geht es um drei Zeitreisende: Polly, die London im Blitz untersucht und nach 1940 reist, Merope, die sich schon vorher bei der Evakuierung von Kindern aus London auf dem Land befindet und Mike, der aus Dünkirchen evakuierte Soldaten treffen will. Irgendwie läuft jedoch alles schief und vor allem ist den dreien die Rückkehr nach Oxford nicht möglich. Da sie voneinander wissen, versuchen sie in einer Geschichte voll Irrungen und Wirrungen, sich zu finden und gleichzeitig ein normales Leben zu führen – soweit das im Blitz überhaupt möglich ist. Dahinter steht auch immer die Angst, am Ende in den Lauf der Geschichte einzugreifen und schlimmstenfalls die Nazis den Krieg gewinnen zu lassen.

Unglaublich spannend geschrieben und das erste Buch, dass ich über den Blitz aus Londoner Sicht gelesen habe. All Clear wird natürlich gleich hinterher gelesen, ich bin sehr gespannt wie es weiter- und ausgeht. :)

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